Freitag, 27. Februar 2026

Jazzlounge feat. Felix Hünemöller

Die Hausband des Gesellschaftshauses Magdeburg hatte sich für ihre heutige Jazzlounge den Trompeter Felix Hünemöller als Gast eingeladen. 

Marius Moritz – Klavier
Mohi Buschendorf – Bass
Ludwig Buschendorf – Schlagzeug
Felix Hünemöller – Trompete, Flügelhorn


Die Hausband beginnt zunächst als Trio, mit einige Jazz-Standards, mit "etwas Popmusik", wie Marius Moritz den Abend anmoderiert, lässig und unaufgeregt gespielt. Dann bitten sie den Trompeter Felix Hünemöller auf die Bühne bitten. "Einen Trompeter hatten wir in dieser Runde noch nie", sagt Marius Moritz, "und er ist nicht nur der erste Trompeter in unserer Runde, sondern mit 23 Jahren auch der jüngste Gast". Felix Hünemöller, der aus Stendal stammt, studiert aktuell an der Kölner Musikhochschule Trompete und Flügelhorn. Später sagt er noch, und da schließt sich der Kreis zu einer anderen Magdeburger Jazz-Reihe, "mein Trompetenlehrer ist im März bei Jazz in der Kammer zu Gast". Was mal wieder zeigt, wie verknüpft die Jazz-Welt ist. 

Begleitet von der Jazzlounge-Band setzt Hünemöller eigene Akzente auf Jazz-Klassiker, aber auch auf Stücke unbekannterer Komponisten. Gleich zu Beginn eine groovige Variante von "Speak Low", später auch Bebop ("Joy spring") oder zeitgenössischen Jazz. 

Mich selbst hatte ein Stück besonders beeindruckt, das Marius Moritz auf Grundlage einer f-moll-Fantasie von Georg Philipp Telemann für Jazzband arrangierte. Am Flügel gibt er die ersten Takte der Melodie vor, wenig später setzt Felix Hünemöller seine Trompete ein, Telemanns Musik bleibt zunächst noch erhalten, ehe sie nach und nach in wilden Improvisationen verschwindet, um am Ende in den Klavierklänge, dann auch auf der Trompete wieder klar hervorzukommen, begleitet vom Bass, den Mohi Buschendorf mit dem Bogen spielte. Klassische Musik zu verjazzen war mal ganz angesagt, in letzter Zeit ist das weniger wahrzunehmen. In der Jazzlounge-Version funktionierte es wunderbar, die Musik groovte, und auch wenn die Instrumente nur sehr weitläufig mit denen der Telemann-Zeit zu tun hatten – dem alten Magdeburger Komponisten hätte es gefallen, denn auch er war immer an neuem interessiert. 

Wie war es für Felix Hünemöller, aus einer der Jazz-Hauptstädte wieder zurück in die "Provinz" zu kommen, frage ich ihne. "Ich fühle mich auch hier immer noch zu Hause und bin gern hier in der Region", sagt der Stendaler, der in seiner Heimatstadt mit Post4Jazz eine eigene Jazz-Reihe veranstaltet.












 

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