Einen Tag nach dem Gedenktag an die Pogrome des 9. November 1938 hielt die niederländische Historikerin Afke Berger einen Vortrag über eines der jüdischen Opfer aus Schönebeck, die 1928 geborene Ruth Weile. "Sie war ein fröhliches Kind", konnte sie anhand der Fotos und von Augenzeugenberichten feststellen.
Die Beschäftigung mit dem Leben von Ruth Weile war ein Stück weit ein Zufall: "Zu Beginn meines Studiums beschäftigte ich mich mit jüdischen Flüchtlingen und kam in dem Zusammenhang mit einer alten Frau in Kontakt, die mir ein Fotoalbum gab. Es war dies das Fotoalbum von Ruth Weile. Diese hatte es ihrer niederländischen Freundin zu Aufbewahrung gegeben, bevor sie von Amsterdam aus in das Sammellager Westerbork transportiert wurde".