Donnerstag, 21. Mai 2020

To Be or not Tomato Beer

Der Himmelfahrtstag hielt noch harte Arbeit für mich bereit. Der Braumeister der (bisher eher Insidern bekannten) Brauerei FRIKS hatte mich an einem Experiment teilhaben lassen, für das er mir 4 Flaschen eines speziell kreierten Bieres brachte, das garantiert nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht. "Hier, das kannst Du mal verkosten", sagte er, "und es wäre schön, wenn Du Deine Eindrücke in einem Fragebogen notieren würdest".


Ein Experiment, das auf jeden Fall zeigt, was beim Brauen geschmacklich möglich ist...

Dienstag, 7. April 2020

Ölpumpe reparieren

Heute versagte die Einspritzpumpe der Heizung ihren Dienst. Übrigens nach 28 Jahren verlässlichen Betriebs (da kann das schon mal passieren). Heizung und Wasser wurden allmählich kälter. Was tun? Eine neue Pumpe hätte erstens irgendwas um 60 Euro gekostet, hätte zweitens mit allen Verschraubungen angeklemmt werden müssen und wäre drittens nicht sofort zur Hand gewesen. Also ran an die Mechanik. Nun weiß ich auch, wie so eine Pumpe, eine Zahnradpumpe funktioniert, und am Ende war auch alles wieder in Ordnung.

Die Pumpe ist axial hinter dem Lüftermotor des Gebläsebrenners befestigt und wird von diesem über einen Mitnehmer aus Kunststoff angetrieben. Das Lüfterrad (sonst recht leichtgängig) ließ sich von Hand kaum drehen. Bei abgenommener Ölpumpe drehte es sich wieder leicht, also lag der Fehler an der Pumpe.

Die Ölpumpe auf dem Lüftergehäuse. Unten Öl-Zulauf
und -Rücklauf, oben das Magnetventil,
rechts die Leitung zur Brennerdüse.

Hinter dem Deckel liegt als erstes der Ölfilter der Pumpe. Dahinter verbirgt sich der eigentliche Pump-Mechanismus. Dieser ist erstaunlich simpel aufgebaut: zwei Edelstahlscheiben (ca. 4..5 mm dick) mit einigen Kanälen, durch die das Öl strömt. In der unteren Scheibe sitzt in einem kreisförmigen Ausschnitt eine runde Scheibe mit Innen-Zahnkranz. Angetrieben wird diese Zahnscheibe von einem kleinen Ritzel, das vom Gebläse angetrieben wird. Die Zahnscheibe transportiert Zahn für Zahn eine kleine Ölmenge, die durch immer enger werdende Kanäle gedrückt wird. Dadurch steigt mit jeder "Pumpenstufe" der Druck. Eigentlich simpel.

Sonntag, 5. April 2020

Der Baum des Lebens – ein Hungertuch aus Haiti

Zum Beginn der Karwoche kam mir wieder das MISEROR-Hungertuch in den Sinn, von dem ich eine Replik im Gemeindesaal der Körbelitzer Kirche hängen sah. Das Bild des haitianischen Malers Jacques Chéry stammt aus dem Jahr 1982, damals war Haiti eine Diktatur. Betrachtet man die im unteren Bilddrittel dargestellten Szenen, die anders als der Rest des Bildes keine biblischen Geschichten, sondern Flucht mit Booten und Militärgewalt zeigen, dann ist das Bild so aktuell wie vor den knapp vierzig Jahren seit dessen Entstehung. Auch wenn es uns in Deutschland gut geht: auf der Welt ist es insgesamt nicht viel besser geworden. Nur das Christus jetzt mit den Menschen in den heutigen Kriegen leidet und mit ihnen in den Booten auf dem Mittelmeer unterwegs ist.

Jaques Chéry: The Tree of Life. 1982
Acryl auf Leinwand, ca. 2 x 3 Meter

Die Hilfsorganisation MISEROR gibt seit 1976 bei Künstlern der sogenannten Dritten Welt Kunstwerke auf großformatigen Tüchern in Auftrag. Damit nimmt sie einen alten kirchlichen Brauch aus der Zeit um das Jahr 1000 auf, auf großen Tüchern Bildmotive aus der Heilsgeschichte des Alten und Neuen Testaments darzustellen. Damit wurden die biblischen Geschichten von der Schöpfung bis zur Wiederkunft Christi der des Lesens meist unkundigen Gemeinde die Heilsgeschichte in Bildern vor Augen geführt, in einer Art »Armenbibel«.

Die modernen Bilder laden, ganz in der Tradition der mittelalterlichen Tücher, zur Betrachtung des Leidens Christi ein. Neu daran ist, dass eine Verbindung mit dem Hunger und der Armut, aber auch dem kulturellen und spirituellen Reichtum der Menschen in den Ländern des Südens hergestellt wird.

MISEREOR begann diese Zusammenarbeit in einer Zeit, als die Werke von KünstlerInnen aus dem Süden ihren Platz noch in Völkerkundemuseen hatten. Kunst ist jedoch mehr als schöner Schein. Sie ist Element der Gestaltung des gemeinschaftlichen Lebens. Sie entspringt dem tiefsten Wesen des Menschen und gründet auf einem Schatz allgemein verständlicher Muster. Deshalb kann sie universal verstanden werden. Viele der KünstlerInnen kennen beides, den Süden und den Norden, und konnten so zu Brückenbauern zwischen ihrer eigenen und unserer Kultur und Spiritualität werden.

Das Hungertuch aus Haiti orientiert sich an den Bibeltexten der fünf Fastensonntage. Vom Künstler wurden diese Texte mit Darstellungen des Tages- und Weltgeschehens verwoben. Auf der unteren Ebene zeigen die Bilder Szenen der Heimatlosigkeit, der Friedlosigkeit und der Orientierungslosigkeit. Christus überwindet in den Bildmotiven der mittleren Ebene das Böse. In der oberen Ebene sehen wir Bilder der Hoffnung, der neuen Schöpfung und der uns allen verheißenen Tischgemeinschaft. – Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung kennzeichnen in der Nachtfolge Jesu die Ausrichtung MISEREORs.

Sonntag, 9. Februar 2020

Eisvogel an der Weißeritz

Als wir heute zurück nach Tharandt, eigentlich schon mitten im Ort, an der Weißeritz wanderten, flog plötzlich grün glitzernd ein Eisvogel an uns vorbei, knapp über dem Wasser den Fluss entlang.

Der auf einem Zeig sitzende Eisvogel ist kaum
zu sehen, so klein und so weit weg ist er. Hilfe
beim suchen bietet das Foto unten.

Etwa 30 oder 40 Meter weiter lässt er sich nieder, leider viel zu weit weg für mein 120er¹ immer-drauf-Normal-Zoom-Objektiv (habe grad mal gerechnet, das entspräche bei einem Fernglas etwa 2,5 bis 3-facher Vergrößerung, also nichts). Die quadratischen Bilder sind 1:1-Auschnitte, der Eisvogel darauf nur 40 bis 80 Pixel groß. Was zu sehen ist, ist schon nahe an der Grenze dessen, was mit der Optik und der Auflösung möglich ist. Das letzte Foto entstammt Linas Handy, mit davor gehaltenem 10x30-Fernglas. Ein Life Hack, der erstaunlich gut funktioniert.

Wanderung durch Tharandt und an den Weißeritz-Hängen

Heute erst ein Stück durch Tharandt gewandert, dann über die Bahn und rauf zu den Weißeritzhängen, an denen beidseits des Tales Wanderwege entlangführen.


Durch noch unbelaubte Wälder, in denen wegen des warmen Wetters schon die Knospen dick werden. Auf schmalen Pfaden, teils unmittelbar an der Kante zur umgebenden Landschaft entlang (die dort relativ eben ist, nur das Tal der Weißeritz stellt einen tiefen Einschnitt dar), teils in Seitentäler hinab. Am Soldatengrab vorbei, auf dem "unbekannter Soldat, gefallen im Mai 1945" steht. Danach kommt bald der "Waldblick" mit einer schönen Aussicht über das Tal. 

Man könnte dort oben weiter wandern bis zum S-Bahn-Halt "Edle Krone" und von dort mit der Bahn zurück oder auf der gegenüberliegenden Seite der Weißeritzhänge. Wir hielten uns aber rechts, stiegen ab bis zur "Teichwirtschaft", mit der Aussicht auf leckeren Fisch. Leider blieb es nur bei der "Aussicht auf", weil kein Platz mehr für uns war. Also kann ich auch nicht beurteilen wie der Fisch ist. Aber zumindest frisch wird er wohl sein, denn unmittelbar vor der Teichwirtschaft wimmelte es im klaren Wasser der Fischteiche.

Freitag, 31. Januar 2020

Trio Pfortissimore

Ein Wohnzimmerkonzert des Trios Pfortissimore als Generalprobe für Jugend musiziert: das Streicher-Trio aus Pforta spielte eine Mischung aus Klassik und Neuer Musik.
Sinha Winkler –Violine
Antonia Hertzsch –Violine
Clara Stoll – Cello
Sinha Winkler, Antonia Hertzsch
und Clara Stoll (v.l.n.r.)

Die drei Musikerinnen sind Schülerinnen der Landesschule Pforta. Mit Wissen um diesen Hintergrund ist auch der Name des Trios schnell entziffert: Pforta steckt dort ebenso drin wie Fortissimo, was einige schnelle Streichersätze beweisen, und Amore, die Liebe zur Musik. "Eigentlich habe ich Mitspieler für ein Quartett gesucht", berichtete Sinha Winkler, "letztlich ist es ein Trio geworden". Und bei dem 'einfach nur zusammen musizieren' blieb es dann nicht: "unsere Musiklehrerin kam vor einiger Zeit mit der Nachricht 'ich habe euch bei Jugend musiziert angemeldet' an". Vor dem Auftritt beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert am Sonnabend in Halle spielte das Trio sein Programm im Gemeinderaum des Körbelitzer Pfarrhauses.  

Freitag, 22. November 2019

Orgel und Improvisation

Musik für Orgel, Saxophon, Cello und Gesang gab es heute innerhalb des Tonkünstlerfestes des Tonkünstlerverbandes Sachsen-Anhalt in der Magdeburger St.-Sebastians-Kirche.
Matthias Mück – Orgel
Warnfried Altmann – Saxophon
Wilfried Staufenbiel – Cello, Gesang

Matthias Mück, der sonst hoch oben an seiner Orgel sitzt und dem Publikum verborgen bleibt, steht vor Beginn des Konzertes vorn am Mikrophon und spricht über die Musik des Abends. Zunächst ist es dem Kathedralmusiker von St. Sebastian eine Freude darauf hinzuweisen, dass das Konzert ausgerecht am Tag der heiligen Cecilia stattfindet, der Heiligen der Kirchenmusik. Und er spricht über den Tonkünstlerverband Sachsen-Anhalt, der tatsächlich schon 170 Jahre besteht. Über das, was gleich im Konzert entstehen wird, sagt der Kirchenmusiker Mück: "Für uns ist das Konzert Improvisation, nichts ist wiederholbar".

Zu Beginn des Konzertes sitzt nur Wilfried Staufenbiel vorn, vor dem Altar, und stimmt sein Cello in der Stille der Kirche. Schon das klingt wie Musik. Zuerst steht "Befiehl Du Deine Wege" im Programm. Matthias Mück beginnt mit warmen Orgeltönen, die noch gar nicht die Melodie erkennen lassen, ehe Warnfried Altmann mit seinem Saxophon hinzukommt, weit hinten in der Kirche, auf der Orgelempore stehend, und den alten Choral erklingen lässt. Wilfried Staufenbiel singt vom Altar her den Text, singt ihn mit tiefer Ergebenheit, so als ob er nur für sich singt und doch füllt seine Stimme das Kirchenschiff. Das anschließende "Mandala" ist ein Stück für Cello und Saxophon, auch hier setzt Staufenbiel seinen Gesang ein, Altmann antwortet mit dem Saxophon, bläst lange anhaltende Töne in die Kirche.