Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie hatte für das heutige Konzert im Tolberg-Saal (Schönebeck – Bad Salzelmen) eine interessante Musikmischung zusammengestellt. Zwei Mozart-Stücke (Clemenza die Tito und Haffner-Sinfonie, beide vom Schönebecker Orchester kraftvoll in Szene gesetzt) umrahmten zwei weitere Stücke, die sich für mich als die Höhepunkte des Abends erweisen sollten: das Flötenkonzert von Jaques Ibert (mit Jelka Weber als Solistin) und "Die Salzprinzessin" von C. René Hirschfeld.
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Elka Weber und die Mitteldeutsche Kammer- philharmonie, Leitung Jan Michael Horstmann Foto: Renate Bojanowski
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Man sollte nicht versäumen, zu den Konzerten etwas früher zu erscheinen und sich Jan Michael Horstmanns Konzerteinführung anzuhören. Es gibt dort nicht nur etwas über die Musik und die Interpreten zu erfahren, Horstmann kann auch so lebendig, geradezu begeisternd über die Musik sprechen, dass es eine Freude ist zuzuhören. Dabei gab es auch interessante Verbindungen zwischen Musikgeschichte und Zeitgeschichte. In dieser Konzertsaison stellt die Kammerphilharmonie die Konzerte mit einzelnen Lebensstationen Johann Wilhelm Tolbergs in Verbindung, des Arztes, der das Kurwesen in Bad Salzelmen begründete. In diesem Jahr war der Zusammenhang im Jahr 1791 zu finden, Mozarts Todesjahr und das Jahr von Tolbergs Promotion in Halle. Der Zusammenhang von Musikgeschichte und Universalgeschichte war eben schon immer interessant.
Programm:
W. A. Mozart: Ouvertüre zur Oper „La Clemenza di Tito“ KV 621
Jacques Ibert: Konzert für Flöte und Orchester
René Hirschfeld: Die Salzprinzessin (Uraufführung)
W. A. Mozart: Sinfonie Nr.35 D-Dur KV 385 „Haffner-Sinfonie“
Mozarts Werke am Beginn und am Schluss des Konzertes gehörten zu den gern gespielten und gern gehörten. Eingängige Melodien, von der Kammerphilharmonie kräftig in Szene gesetzt, mit klaren Tönen, zu denen sicher auch die recht kurze Akustik des Saals beitrug.
Das Konzert für Flöte und Orchester von Jaques Ibert war für mich eine Neuentdeckung. Ich kannte Ibert nicht, ordnete aber die Musik rein vom Musikgefühl her mit "irgendwas aus den 1920er Jahren" sogar ungefähr richtig ein. Wenn auch nicht ganz, denn es stammte von 1934. Musikalisch erinnerte es mich an Passagen aus George Gershwins 10 Jahre zuvor erschienener Rhapsody in Blue, an die Flötentöne aus Nachmittag eines Fauns von Debussy und witzigerweise auch ab und zu an Musik zu Westernfilmen (auf diversen Video-Plattformen gibt es das Stück, in anderen Besetzungen – hören Sie mal rein). In der Schönebecker Aufführung spielte Elka Weber die Querflöte meisterhaft, in guter Abstimmung mit dem Orchester.