Samstag, 11. Juni 2016

Wanderkino – Stummfilm in Pechau

Schon zum siebten Mal kam das Wanderkino nach Pechau, um Stummfilme mit Livebegleitung aufzuführen.
Tobias Rank – Piano
Gunthard Stephan  – Geige
Die beiden Musiker touren in Ihrem Feuerwehr-Oldtimer (einem 50 Jahre alten Magirus Deutz mit 10 Liter Hubraum und 150 PS) in jedem Sommer quer durch Deutschland, in diesem Jahr stehen auch Schweden und Weißrußland auf dem Tourplan.


Die Filme zeigen sie nach alter Landfiilmtradition open Air. In Pechau mußte in den vergangenen Jahren aber auch schon einigemal auf eine Scheune des Landwirts ausgweichen werde – der Landregen machte dem Landkino einen Strich durch die Rechnung. Aber in diesem Jahr war alles perfekt, es hatte schon fast zwei Wochen nicht geregnet, die Wiese war trocken und wurde sogar extra für die Kinovorführung gemäht. Das Wetter war warm, so daß keiner frieren mußte (ok, eine Decke gegen die Abendkühle ist immer eine gute Empfehlung) und es gab keine Mücken. So konnte also das Feuerwehrauto, der "Laster der Nacht", im Umflutkanal stehen und die Besucher auf den Bierbänken oder im Rang – auf dem Deich sitzend – Platz nehmen. Für die Lichtstimmung sorgten zahlreiche auf der Wiese stehende Kerzen und ein paar Feuerkörbe.

Sonntag, 29. Mai 2016

Ökumenischer Gottesdienst beim Brunnenfest

Am Sonntagmorgen wurde auf der Bühne des Schönebecker Brunnenfestes ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, unter Beteiligung der beiden evangelischen Kirchgemeinden St. Johannis und St. Jakobi und der katholischen Kirchgemeinde St. Marien.


Der Einladung waren viele Schönebecker gefolgt, der wunderschön gestaltete Marktplatz war zur frühen Stunde schon gut gefüllt. Wie bereits in den zwei vorangegangenen Tagen des Brunnenfestes und auch in den Wochen seit der Fertigstellung des Marktes zeigte sich, daß die Schönebecker "ihren" Markt annehmen, ihn für sich einnehmen und nutzen.

Freitag, 27. Mai 2016

Wasserkraftwerk Bernburg

Am Mittwoch besichtigte der VDE-Bezirksverein Magdeburg das Wasserkraftwerk Bernburg, das in der ehemaligen Papiermühle seit 1907 betrieben wird. Inzwischen gehört auch die ehemalige Getreidemühle (neben der Schleuse Bernburg) zum selben Kraftwerksbetreiber, dem Familienbetrieb Mathias und Tobias Mönchmeier GbR. Für den Betrieb beider Kraftwerke sorgen insgesamt drei Techniker, von denen einer die VDE-Mitglieder und eine Studentengruppe der Hochschule Magdeburg durch das Kraftwerk führte.

Ausgewählte Leistungsdaten:
Pel 1,3 MW (Turbine 1 und 2: 500 kW, Turbine 3: 300 kW)
Generatoren: Asynchron
Pmech Turbine 1 und 2: 530 kW, Turbine 3: 350 kW
Nenndrehzahl Turbine 1 und 2: 150 min-1
Nenndrehzahl Generator 1 und 2: 750 min-1
Nenndurchfluss: Turbine 1 und 2: 20 m³/s, Turbine 3: 16 m³/s
Nennfallhöhe: 3,5 m
Der Abfluß der Saale war am Mittwoch bei pegelonline mit etwa 70 m³/s angegeben. Wegen Wartungsarbeiten war Turbine 3 abgeschiebert, die anderen liefen mit verminderter Leistung, um auch für das zweite Kraftwerk etwas Wasser übrig zu lassen. Dennoch war der Lärm in der Kraftwerkshalle so hoch, daß man sich kaum vernünftig unterhalten konnte. Vielleicht lag das an den Treibriemen zwischen Turbine und Generator, hinzu kommen die Geräusche der Turbinen und der luftgekühlten Generatoren. Treibriemen scheinen auf den ersten Blick ein Bauteil aus dem vorletzten Jahrhundert zu sein, bekannt von den damals durch ganze Fabriken laufende Antriebswellen und heute scheinbar nur noch für's Museum tauglich. Die hier verwendeten Riemen allerdings sind aktuelle High-Tech-Produkte, Hybridmaterialien aus Kunststoff mit Lederauflage und mit einer Lebensdauer von 4 bis 5 Jahren Dauerbetrieb. Nach Angaben des Technikers haben sie noch weitere Vorteile: "Sie sind verträglicher bei Kraftstößen, beispielsweise beim Zuschalten des Generators. Außerdem dauert ein Wechsel nur wenige Stunden, während Reparaturen an Getrieben Wochen dauern. Und die Riemen sind preiswerter."

Montag, 23. Mai 2016

Sonntag, 22. Mai 2016

Friks – hand crafted Bier aus Körbelitz

Zum Geburtstag bekam ich eine Probierpackung Friks geschenkt, hand crafted Bier aus Körbelitz. Heute war endlich mal Gelegenheit, in Ruhe zu probieren. Alles äußerst lecker! Egal ob das bei der heutigen Sommerhitze erfrischende (und dennoch kräftige) Weizen, das Black Apple mit der ganz leichten Apfelnote, das süffige Tiger Tiger, das noch aus dem Dezember stammende Winter-Gewürzbier (das mit seinen Gewürzen sicher auch ein gutes Glühbier geworden wäre, aber heute kalt besser war) oder das sehr starke (8,8 Vol%!) Gotlandsfricka mit seinem torfigen Rauchgeschmack.
Überhaupt ist der Geschmack selbst gebrauter Biere unvergleichlich besser und vielfältiger als der von den Industriebieren der großen Marken, die doch immer irgendwie gleich und verwechselbar schmecken.

Samstag, 14. Mai 2016

Kasseturm-Jazzband

Am Pfingstsonnabend war es wieder soweit – Bärbel und Michael Feldbach luden im Rahmen der Konzertreihe "Klänge im Raum" zum Dixilandkonzert in ihren Künstlergarten nach Zens ein. Zum zwanzigsten Mal übrigens schon! Und wie immer unterstützt von den Heimatfreunden Zicken-Zens, die sich um die vielen Sitzplätze und Tische und um die Bewirtung (unter anderem mit Zwiebelkuchen) kümmerten.

Diesmal stand die Kasseturm-Jazzband aus Weimar, die in Thüringen seit 40 Jahren bekannt ist, auf der Terrasse der Feldbachs.
Thomas Wormuth, Weimar – Trompete
Sebastian Dorschner, Weimar – Posaune
Holger Arndt, Erfurt – Klarinette
Dr. Gerd Schulze, Weimar – Schlagzeug/ Gesang/ Kompos.
Dr. Dietmar Fürer, Weimar – Banjo/ Gesang
Martin Marczinke, Jena – Tuba
Prof. Hans Meffert, Berlin/ Rügen – Piano
(Besetzung beim Konzert in Zens)

Der Zenser Ortsbürgermeister Frank Ahrend eröffnete das zwanzigste Dixilandkonzert. Vor dem Start des Konzertes erinnerte er an die Geschichte der Konzertreihe, die ursprünglich im Kreis Schönebeck gegründet wurde und die auch die Kreisfusion überstand. Die von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck und ihrem Förderverein organisierten "Klänge im Raum" gibt es sogar schon seit 23 Jahren. Natürlich funktioniert die Konzertreihe, die im gesamten Landkreis verteilt an großen und kleinen Veranstaltungsorten stattfindet, nicht ohne die vielen Helfer vor Ort. Deshalb galt der Dank von Frank Ahrend auch dem großen und lange anhaltenen Engagement von Familie Feldbach und der großartigen Unterstützung des Zenser Heimatvereins, ohne die das Konzert nicht zu einem so großen und erfolgreichen Fest werden konnte. Mit Blick auf das kühle und windige Wetter fügte er hinzu "und den frischen Wind, den die Konzerte ins Dorf bringen, brauchen wir hier auch". Auch Michael Feldbach blickte auf die vergangegen zwanzig Jahre zurück und erinnerte an die zurückliegenden Konzerte. Dazu hatte er eine Wandzeitung mit einer chronologisch geordneten Kollage aus Fotos von den 19 Konzerten von 1997 bis 2015 angefertigt. Wie schon in den Jahren zuvor gab es eine Ausstellung, diesmal mit Aquarellen und Ölbildern von Grit-Maren Pfitzmann.

Das Publikum kam trotz des in diesem Jahr zu Pfingsten sehr durchwachsenen, kühlen und windigen Wetters reichlich. Die meisten hatten sich mit Decken und warmen und wasserdichten Sachen ausgestattet. Und hatten die Veranstalter vielleicht Sorgen wegen eines Freiluftkonzertes bei diesem doch etwas unangenehmen Wetter, so waren diese gänzlich unbegründet. Schon eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Beginn konnte man von Michael Feldbach hören "die Karten sind alle". Ausgedruckt waren 420 Stück, aber auch dann kamen immer noch Leute (die selbstverständlich auch noch hineingelassen wurden). Schätzungsweise waren es dann fast 500 Konzertbesucher, die im Künstlergarten das Konzert verfolgten. Und für alle hatte Bärbel Feldbach zum Jubiläumskonzert eine kleine Erinnerungsmedaille aus Keramik angefertigt.

Nach der Begrüßung legte die Weimarer Band los und ließ einen schwungvollen Dixilandsound erklingen. Extra für das zwanzigste Jubiläum hatte Schlagzeuger Gerd Schulze ein kleines Gedicht verfaßt, das er zu den Klängen des "Kasseturm-Rag" vortrug und daraus so den "Zicken-Zens-Rag" machte.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Japans Impressionisten

Heute hatte ich bei der Bundesnetzagentur in Bonn zu tun und mein Zug kam eine Stunde zu früh an. Was macht man mit der Zeit? Zum Beispiel eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle besuchen (die der Bundesnetzagentur zufällig gleich gegenüber liegt).

Japans Liebe zum Impressionismus hieß eine sehenswerte Ausstellung, die allerdings bereits am Sonntag zu Ende geht.

Claude Monet
Im Boot
1887

Beste Gelegenheit, Bilder von Manet, van Gogh oder Renoir oder anderen, mir bis dahin völlig unbekannten Künstlern zu sehen. Allen gemein ist, daß sie von Japanern gesammelt wurden, die Anfang des 20. Jahrhunderts begeistert von dieser Kunstrichtung waren, sie auch selbst ausübten.

Maler wie Camille Pissarro oder Sisley, mit dahingetupften Farbflecken, die erst aus der Ferne betrachtet zu einer in der Sonne flirrenden Wasserfläche wurden.
Claude Monet mit den Frauen im Boot, oder dem Bild der Grotte Port Domois und weitere von ihm - aus der Nähe dicke Pinselstriche, von denen jeder eine Welle ist, aus weitem Abstand schon ein wenig fotorealistisch. Hoch interessant auch van Goghs düstere Bilder von kargen Hütten oder frierenden Holzsammlern im Schnee. Ohne die warmen Sonnenblumen aus Arles. Und dann als weitere Überraschung: Paul Gaughin, typisch und wiederkennbarer sein Stil. Aber statt Südsee malt er bretonische Mädchen, trotzig dreinschauend.

Dann die japanischen Impressionisten, z. B. Torajiro Kojima, im Stil den westlichen Kollegen gleich und nur in Nuancen, in der Motivwahl anders. Oder, unmittelbar nebeneinander gehängt: Claude Monet und Shigeru Aoki, von jedem seine "Meeresklippen", fast gleich und doch keine Kopie.

Vincent van Gogh
Holzsammler im Schnee
1884

Paul Gauguin
Zwei bretonische Mädchen am Meer
1889

Torajiro Kojima
Trichterwinde 1920

Claude Monet
Klippen im Meer