Das Sinuston-Festival ist vorüber, es waren wieder großartige Konzerte und Performances dabei.
Die Konzertrückblicke und Fotos veröffentliche ich hier. Ich muss aber noch um etwas Geduld bitten. Ich hoffe ich schaffe es am nächsten Wochenende.
Eine der wichtigsten Faustformeln beim Fotografieren: Sonne lacht - Blende 8. Die Belichtungszeit entspricht dabei etwa der ISO-Filmempfindlichkeit. Klappt auch heute noch.
Das Sinuston-Festival ist vorüber, es waren wieder großartige Konzerte und Performances dabei.
Die Hausband des Gesellschaftshauses Magdeburg hatte sich für ihre heutige Jazzlounge den Trompeter Felix Hünemöller als Gast eingeladen.
Marius Moritz – Klavier
Mohi Buschendorf – Bass
Ludwig Buschendorf – Schlagzeug
Felix Hünemöller – Trompete, Flügelhorn
Begleitet von der Jazzlounge-Band setzt Hünemöller eigene Akzente auf Jazz-Klassiker, aber auch auf Stücke unbekannterer Komponisten. Gleich zu Beginn eine groovige Variante von "Speak Low", später auch Bebop ("Joy spring") oder zeitgenössischen Jazz.
Neben den zufälligen Passantinnen und Passanten im Allee-Center war das übliche Premierenpublikum aber auch da. Magdeburger Fotografinnen und Fotografen, ihre Models (wenn Personen dargestellt sind), Kunstinteressierte. Ein Treffen von Gleichgesinnten, mit denen man über Fotos, Stile und Technik sprechen konnte.
19 Fotografinnen und Fotografen wurden aus einer großen Vielzahl von Bewerbungen ausgewählt, bei der Eröffnung war von mehr als hundert die Rede, und so gibt es auch eine große Bandbreite: Landschaften, Street Photography, Tiere, Menschen, Tiere und Menschen, Strukturen und Formen, Autos und sogar fotografierte Spielzeug-Miniaturen, Schwarzweiß und Farbe.
Christoph Kunze, Psychologe und Fotograf aus Magdeburg, stellt zur Zeit eine Auswahl seiner Fotografien und Fotografiken in der Galerie Kunst-Kontor in Schönebeck aus. Fotos in einer großen Bandbreite von Straßenszenen über Naturfotos bis zu aus den Fotos erstellten Grafiken. Heute fand die Vernissage statt. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 28. Februar 2026.
| Die Laudatorin des Abends, Elisabeth Heinemann (links) gemeinsam mit Christoph Kunze und seiner Frau, die zu den Fotos passende Gedichte rezitierte. |
Elisabeth Heinemann, selbst Fotografin und mit dem Ehepaar Kunze seit Jahren befreundet, spricht über die Kunzes als Kunstsammler, über Gemälde und Grafiken in deren Wohnung, über Bilder, deren Urheber Christoph Kunze teils auch persönlich kannte, bereits aus seiner Studienzeit in Dresden. Als Kunzes Sammlung schon beträchtlich gewachsen war, stellte er erstmals in der Magdeburger Galerie Himmelreich aus – und fügte neben den Malern und Grafikern ein eigenes Foto bei. Das war dann Beginn einer Serie mehrerer eigener Ausstellungen.
Das 1975 gegründete Kunstmuseum Magdeburg feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass vergab es einen Fotoauftrag an die vier Magdeburger Fotograf*innen Katrin Freund, Elisabeth Heinemann, Hans-Wulf Kunze und Thomas Sasse. Sie porträtierten 50 Magdeburger*innen des Jahrgangs 1950. Daraus entstand die Ausstellung "Geboren 1975".
| Annegret Laabs, Direktorin des Kunstmuseums, sprach über das Fotoprojekt zum 50järigen Jubiläum des Kunstmuseums Magdeburg |
Während der Vernissage blickte Annegret Laabs, Direktorin des Kunstmuseums, auf die 50jährige Geschichte des Kunstmuseums ebenso zurück wie auf Aussagen der Porträtierten zu ihrem persönlichen Blick auf 50 Jahre.
Eine quirlig bunte Reisegruppe, angeführt von einem Guide mit hochgerecktem Regenschirm, fiel in den bis dahin so ruhig und beschaulich im Abendlicht liegenden Park des Kulturgutes Dönkendorf ein. Die Gruppe von Reisenden sollte sich bald darauf als Mitglieder des Chores erweisen, der, dirigiert von Monika von Westernhagen, mehrfach im Verlauf des Abends auftreten würde und die Besucher des gar nicht so kleinen Musikfestes von Station zu Station führen sollte. Fünf Landes-Pavillons standen im Park verteilt, den Ländern Frankreich, Syrien, Italien, Iran und Schweiz zugeordnet und Künster:innen besetzt, die in Musik, Sprache und Dichtung diese Länder präsentierten.
Cornelius Lewenberg – Bariton
Monika von Westernhagen – Mezzosopran und Chorleitung, Idee und Regie
Martina Schänzle – Klavier
Warnfried Altmann – Saxophon
Ehsan Ebrahimi – Santur
Shahram Teymoury – Setar
Verena Piwonka – Tanz
Sabine Barthelmes – Tanz
Mohamad Issa – Dichtung
Stefanie Stocker – Schauspiel
Christian Kaiser – Schauspiel
Dönkendorfer Chor
Chorgemeinschaft Wismar
Damit hatte sich Monika von Westernhagen ein Setting ausgedacht, das auch die Besucher des Musikfestes in Bewegung hielt. Kurze Acts an den Landespavillons, dann ging es schon wieder weiter, oft mit etwas Situationskomik. Nach einer ausführlichen Pause mit an die Gastländer angepasster Verpflegung ging es mit einer an Goethes westöstlichen Divan angelehnten Inszenierung mit Wort, Musik und Tanz weiter.
Das dritte Konzert der diesjährigen Ausgabe von "Klänge im Raum" führte die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie und ihre Gäste in den Flughafen Cochstedt. Heute ist dieser das Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR. Eine Testeinrichtung für UAS, für "unmanned aircraft systems", vulgo für Drohnen. Der Standort ist so geheim, dass weder Kameras noch Handy mit rein durften.
| Blick auf den Tower mit dem Signet des DLR und die dahinter liegenden Technikgebäude des Flughafens Magdeburg-Cochstedt |
Die Karten gab es aus Sicherheitsgründen nur im Vorverkauf, personengebunden unter Angabe der persönlichen Daten. Nach Ausweiskontrolle und Abgleich mit der Passagierliste durften die Gäste in den "Abflugbereich". Allerdings nur im übertragenen Sinn, denn das frühere Passagierterminal des Flughafens Magdeburg Cochstedt International gibt es nicht mehr. Stattdessen ging es hinüber in die Technikhalle, in der sonst die Flughafen-Fahrzeuge geparkt sind. Diese standen vor der Halle im Halbkreis geparkt, vom Follow-Me-Fahrzeug über die Kehrmaschine mit der Aufschrift "Kehrforce One" bis zur Flughafenfeuerwehr.
Als das Konzert beginnen sollte, fehlte ein kleines, aber höchst wichtiges Utensil: "Wo ist mein Taktstock?", rief Dirigent Jan Michael Horstmann. Hm, der muss irgendwo auf dem Flugfeld verloren gegangen sein. Aber Hilfe kam – aus der Luft. Auf einer großen Leinwand neben dem Orchester wurde ein Video eingeblendet, darauf die Life-View-Ansicht einer Drohnenkamera, bei der der auf der Drohne liegende Taktstock ins Bild ragte. Die Drohne flog auf die Konzerthalle zu und setzte (allerdings nur virtuell) vor der Tür auf. Marlen Luther, PR-Verantwortliche des Drohnentestzentrums, konnte den Taktstock an Jan Horstmann übergeben, das Konzert konnte beginnen.
Ein Konzert voller Filmmusik, zu Beginn mit der aus der großen Weltraum-Serie Star Trek. Völlig passend zum (Raum-)Flughafen, wo das Raumschiff musikalisch abhob. Andere Musikstücke waren die Musik zu Winnetou, aus dem Pirat der Karibik und ein James-Bond-Medley. Auch Musik aus Puccinis zumindest im Osten weitgehend unbekannter Operette "Das Mädchen aus dem Goldenen Westen" war dabei. In der DDR war der Titel wohl etwas verdächtig, missverstanden zu werden. Dafür umso bekannter: die Musik aus "Die Olsenbande sieht rot". Als reines Musikstück würden es zwar nur Kenner zuordnen können, aber als Jan Horstmann die Opernszene ansprach, bei der Egon Olsen, die Partitur von Friedrich Kuhlaus "Elverhøj" (Elfenhügel) vor sich liegend, die Bohr- und Sprengarbeiten unterhalb der dänischen Staatsoper dirigierte, wussten alle Bescheid.