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Sonntag, 13. Juni 2021

Magdeburger Songtage

Musik. Live. Mit echten Menschen... "Dass es so was noch gibt" - so oder ähnlich hörte man es von vielen Besuchern der Magdeburger Songtage. Denn nach den langen Monaten der Corona-Einschränkungen warten nicht nur Künstler und Veranstalter, sondern auch das Publikum auf die Konzerte, ohne die das Leben viel weniger Freude macht. So war es auch bei den Magdeburger Songtagen, die seit Freitag stattfanden (aus Zeitgründen konnten wir sie nur am letzten Tag besuchen).  

Die Wiese vor dem Salbker Wasserturm glich einem kleinen Festivalgelände, es gab zu Essen und zu trinken, der Turm mit seiner wunderbaren Aussicht konnte bestiegen werden und dank vorherigen Tests konnte man sich auch ganz frei und unbeschwert fühlen. Und auch Jan Kubon war bei der Eröffnung des letzten Tages der Songtage die Freude darüber anzumerken, als er die vorangegangenen Tage Revue passieren ließ.

Freitag, 6. Juli 2018

TFF - der Freitag

Als Auftakt zum Festival-Freitag gab es für uns das Konzert von Wenzel und Band auf der Heidecksburg. Der obere Burghof war voller Leute - das ist bei einem 13-Uhr-Konzert alles andere als gewöhnlich. Aber ein Konzert von Wenzel bekommt man ja auch nicht alle Tage (naja, wir scheinbar schon...). Es gab Lieder aus seiner aktuellen CD, aber auch älteres. Leise Liebeslieder (wie „Komm zu mir und halt mich wach“) ebenso wie laute, zum mitsingen geeignete (wie „immer nur das gleiche“) und spätestens bei diesen schnellen Titeln hatte Wenzel sein Publikum im Bann. Das sang laut mit, auch wenn das Konzert erst beim letzten Stück vom Sitz- zum Stehkonzert wurde.

Wie üblich bei Wenzel packte er politische Botschaften in sein Programm. Ob es nun „Stacheldraht, Elektrozaun“ als neues Symbol für Europa war oder die Anmoderation zu seinem „Taiga-Lied“ („Man braucht den Russen als Feind. Ursula von der Leyen hat mir viel Geld versprochen, wenn die Hippies in Rudolstadt Angst vor den Russen bekommen“).

Wenzels Blick auf die Welt kommt von innen genauso wie von außen („man kann ein System nicht analysieren, wenn ma von außen kommt“). Aber vor allem ist sein Blick auf die Welt ein ehr poetischer.


Im Anschluss an das Wenzel-Konzert ging es auf der Burgterasse weiter, dort spielte Mari Kalkun & Runorun aus Estland. Der unmittelbare Wechsel zwischen Burgbühne und Burgterasse ist schwierig, weil dann alle Plätze auf der dortigen Tribüne und der Wiese davor bereits besetzt sind. Deshalb mußte ein Blick über die Mauer der Treppe ausreichen. Die estnischen Gesänge erinnerten n finnische Joiks. Betörend ruhige und einfache Klänge von menschlichen Stimmen und der Kantele, der estnischen Laute.

Donnerstag, 5. Juli 2018

TFF, der Donnerstag

Das Rudolstadt-Festival wurde am Donnerstag im Heinepark auf der Großen Bühne eröffnet, bei strömenden Regen. Das Konzert war dennoch sehr gut besucht.

Das Eröffnungskonzert kam von der israelischen Sängerin Yael Deckelbaum und der Band The Mothers. Damit setzte das Rudolstadt-Festival einen politischen Auftakt, denn die Musikerinnen sind engagierte Gegnerinnen der Kriege im Nahen Osten, der Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina. „We are The Warriors of Peace“, sangen sie, und Yael Deckelbaum sagte „uns vereint nicht unsere Herkunft, nicht unsere Religion, nicht unser Beruf - uns vereinen zwei Dinge, wir sind alles Frauen, und wir sind davon überzeugt, daß das Leben ein Geheimnis ist. Und das müssen wir bewahren“. „Peace is our religion“, hieß es später in einem weiteren Lied.

Deckelbaum gehörte zu den Gründerinnen des „March of Hope“, des Marsches der Hoffnung, bei dem Tausende Frauen und Mütter gegen Kriege protestierten. Sie und ihre Band sangen davon, was Frauen seit Jahrtausenden tun: zu stricken. „Knit for knit“ ein es in einem Lied, „Knoten für Knoten“ kommen sie dem Frieden näher. Die Band spielt kräftig rockig, einzelne Lieder aber auch verhalten nachdenklich.


Auf der Konzertbühne ging es mit einem musikalischen Kontrastprogramm weiter, mit Steve Earl & The Dukes. Eine Country-Band aus den USA, aber gleichfalls mit politischer Ansage. Steve Earl spielt linken Country-Rock ist erklärter Gegner der gegenwärtigen amerikanischen Politik. Und das sagt er auch seinem Publikum. „Ich glaube nicht an Nationalismus, ich glaube nicht an Grenzen. Aber ich glaube an Gerechtigkeit und Frieden. Amerikanische Country-Musik ist oft tief religiös verwurzelt, dazu passend singt er davon, wie Abrahams Kinder in Jerusalem in Frieden leben. Seine Musik wechselt zwischen Country, Rock und Blues, oft ohne Pausen zwischen den Stücken. „From East Coast to West Coast we are playing the Blues“, heißt es in einem Lied.

Montag, 10. Juli 2017

TFF Rudolstadt – mein Fazit

Wow. Das waren wieder vier Tage voll Musik. Musik unterschiedlichster Art – und wie so oft waren uns viele (nein, eigentlich fast alle) der Bands und Künstler vorher nicht bekannt. Das Rudolstadt-Festival ist für uns aber schon lange eine der Veranstaltungen, zu denen man bedenkenlos mit der Gewissheit "ich bekomme in jedem Fall beste Musik" fahren kann.

Wenn ich in der Übersicht auf der Webseite nachzähle, komme ich auf 101 Bands und Einzelkünstler. Die Veranstalter sprechen von 130, vielleicht sind da auch Workshops usw. mitgezählt. Wie auch immer, es ist eine wahnsinnig große Zahl. Immerhin 38 davon haben wir anzuhören geschafft. Mehr war zeitlich kaum drin, wenn man auch mal  etwas ausruhen oder etwas essen möchte. Oder wenn man zwischendurch ins Becken des benachbarten Freibades hüpfen wollte (auch nicht schlecht: beim Baden die Musik der Konzertbühne hören, die nur ca. 100 Meter entfernt ist und von der der Sound sehr gut hörbar rüberkommt).

Sonntag, 9. Juli 2017

TFF Rudolstadt – Sonntag

Der Sonntag beginnt für uns musikalisch mit Supernova, einem schwedischem Duo, das auf der Hardangerfiedel und der Gitarre spielt. Beim Stimmen der Geige konnte man sich an  Pippi Langstrumpfs Melodie erinnert fühlen. Die beiden spielen schwedische Volkslieder, teils bereits vor 200 Jahren aufgeschrieben (und zuvor sicher dem Hören nach überliefert). Leise, einfache und klare Musik aus der nordischen Weite. Zu einigen Stücken wurde auf der Bühne getanzt. Anton Schneider und Johanna Fritjofson tanzten Tänze wie die Polska nicht etwa wild und fröhlich, sondern eher auf eine langsame, ruhige Art. Eine Stimmung wie am Ende des Herbstes, bevor der Winter anbricht.


In der Kirche sang der georgische Männerchor Riho. Die Musiker aus Swanetien brachten mehrstimmigen A-capella-Gesang mit, alte urtümliche Gesänge eines alten Bergvolkes. Die Sänger berichten von der Abgschiedenheit Swanetiens, wodurch sich die alten Lieder als mündlich überlieferte Geschichte erhalten haben. Auch alte Kirchenlieder sind darunter, orthodoxe Kirchenmusik, bei der es nicht wundern würde, käme sie noch aus der Zeit, als sich das Christentum im Kaukasus verbreitete. Einige Lieder werden bei einfachen Kreistänzen gesungen, andere mit einem altertümlichen viersaitigen Streichinstrument und einer einfach gebauten Harfe.
Ausgerechnet bei einem Lied über die Jagd stellt sich ein Kameramann des BR in den Kreis der Sänger, um diese um sich herumdrehend zu filmen. Diese umkreisen ihn wie ein gefangenes Tier. Chorleiter Islam Pilpani sagt danach: "das gehört zu den Berufsrisiken eines Kameramannes".

Samstag, 8. Juli 2017

TFF Rudolstadt – Sonnabend

Zum Rudolstadt-Festival gehört immer auch der Tanz. Auf der Marktbühne trat das Ensemble Gero Axular Kultur Taldea auf, eine baskische Gruppe von Musikern und Tänzern/Tänzerinnen (aus der über 200köpfigen Tanzkompagnie kamen etwa 30 nach Rudolstadt), die in ihren teils prunkvollen, teils dörflich schlichten Trachten alte baskische Musik und Tänze am Leben halten. Interessant und sicher auch für viele früher sehr abgelegene Gegenden typisch: neben Paartänzen wurden oft auch als Waffen nutzbare Gegenstände, Stöcke, Schwerter usw. in die Tänze eingebaut – um die Wehrhaftigkeit der Dorfbewohner öffentlich zu zeigen (oder auch, daß sich die Frauen verteidigen können). Begleitet wurden die Tänzer von Akkordeon und Flöten.

Freitag, 7. Juli 2017

TFF Rudolstadt – Freitag

Am frühen Nachmittag erst mal in die Stadt. Auf der Bühne in der Freiligrath-Straße spielen Elephants on Tape elektronisch unterstützte Sounds. Lisa Zwinscher singt mit klarer Stimme Balladen, von ihrer Band begleitet. Akustische Instrumente werden mit elektronischen Elementen gemischt.


In brütender Hitze und unter der heiß strahlenden Sonne hält man es nicht lange aus, also weiter. Hoch zur Heidecksburg, was eigentlich der Empfehlung "keine Anstrengung bei Hitze" widerspricht. Auf der Burgterasse sitzt der Schotte Fred Morrison mit seinen Highland Bagpipes. Er begrüßt sein Publikum mit der Entschuldigung, außer "Schnitzel mit Pommes" kein Deutsch zu sprechen. Auf seinem großen Dudelsack spielt er schottische Tänze, auch wenn er dazu sagt, "I know, it's to warm to dance." Das Publikum bleibt auch tatsächlich auf der Wiese vor der Bühne sitzen, es ist wirklich zu heiß... Eine kleinere Flöte nutzt er für leisere, sanfte Töne, wie "the angel's layer" (die Heimat der Engel). Morrison spielt meisterhaft, und nicht nur Traditionals. Er mischt moderne Melodien in die alt bekannten, zuletzt gibt es Blue Grass auf dem Dudelsack gespielt. Mit seinem immer schneller werdenden Spiel reißt er seine Zuhörer trotz der Hitze mit.


Nebenan, auf der Großen Bühne der Heidecksburg, sind Mairearad und Anna gerade beim Soundcheck. Die beiden Schottinnen sind gerade vor wenigen Minuten vom Flughafen Berlin angereist. Mairearad Green mit Akkordeon und Dudelsack, Anna Massie mit Gitarre, Banjo und Geige spielen und singen schottische Melodien und Lieder – und zeigen, dass es schottische Musik auch abseits des Dudelsacks gibt. Mitunter wird dieser aber auch verwendet, einmal auch in Kombination mit dem Banjo ("das ist ebenso laut und aggressiv ist wie der Dudelsack", sagt Mairearad über die beiden Instrumente). Eine interessante Kombination! Später ein schottisches Hochzeitslied auf Geige und Akkordeon ("Wenn Musiker zu Hochzeiten gehen, dann nehmen sie eigens dafür geschriebene Lieder mit", heißt es dazu).

Donnerstag, 6. Juli 2017

TFF Rudolstadt – Donnerstag

Vier Tage voll Musik, das ist für uns das Rudolstadt-Festival. Oder das TFF Rudolstadt, wie der bisherige Name gedanklich immer noch im Kopf drin ist. Wohl nicht nur bei uns, denn auch die Ansagerin auf der Konzertbühne im Heinepark begrüßte die Gäste mit "Herzlich Willkommen zum TFF Rudolstadt".

Los ging es mit der schottischen Sängerin Amy MacDonald auf  der Großen Bühne im Heinepark. Ein zum diesjährigen Thema "Schottland" passender Auftakt. Die kleine zierliche Frau mit der großen Gitarre bot Lieder in Singer-Songwriter-Tradition, begleitet von ihrer Band.


Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn war der Heine-Park im Bereich der Großen Bühne voll. Was heißt voll – man müsste die dritte Steigerungsform von "überfüllt" erfinden, die dann "gerammelt voll" heißen würde, oder eben "TFF Rudolstadt". Lange Zeit haben wir uns das nicht angetan und sind bald durch das Gewühl hindurch allmählich Richtung Konzertbühne geschlendert. An der großen Leinwand vorbei, die einen besseren Blick auf die weit entfernte Bühne erlaubte als mitten aus dem Gedränge heraus.

Vor der Konzertbühne auf der Wiese liegend warten auf Branko Galoić, und seinen Balkan-Sound, in dem er internationale Klänge verarbeitete, Weltmusik eben und diese sehr rhythmisch und voller Schwung. Galoić mit Gitarre, dazu einige weitere Musiker, unter anderem zwei Frauen an Tuba und Trompete.

Freitag, 8. Juli 2016

Wo Worte nicht hinreichen (der TFF-Film)

Am Freitag vormittag schaute ich mir im Rudolstädter Kino Cineplex den Film "Wo Worte nicht hinreichen" der Berliner Regisseurin Josephine Link in einer Preview-Vorstellung an. Der Film entstand während des TFF 2015 und wurde nach Angaben der Ostthüringer Zeitung über ein Crowdfunding-Projekt finanziert.

Der Film vereint drei Erzählebenen – die Anreise von Künstlern zum Festival, die Arbeit der Festivalleitung und die Sicht von Besuchern – und gestaltet aus den persönlichen Geschichten der Protagonisten ein lebendiges Bild des Festivals. Für die, die selbst schon Festivalbesucher waren, ist der Film ein wunderbarer Rückblick (auch aus den Reaktionen der Kinobesucher war das zu entnehmen) und für die, die vom TFF bisher nur mal gehört haben, ist es vielleicht ein Anreiz, selbst mal hinzufahren.

Noch ist nicht bekannt, wo und wann der Film laufen wird. Aber wenn er demnächst irgendwann in einem Programmkino läuft: unbedingt hingehen!

Hier ist der Trailer auf Youtube:



In höherer Auflösung gibt es den Trailer bei Vimeo: https://vimeo.com/173016244.

Donnerstag, 7. Juli 2016

TFF 2016 Camping

Donnerstag am späten Vormittag in Rudolstadt angekommen. Der Caravanplatz war zu dieser Zeit schon fast bis auf den lezten Platz besetzt. Für den Pkw (diesmal kein Wohnmobil) war aber noch Platz. Nicht mal ein schlechter: unter Bäumen auf der südlichen Seite des Platzes. Dadurch steht das Auto lange Zeit im Schatten. Dennoch schnell noch etwas Rettungsdecke als Hitzschutz an die Scheiben geklebt – fertig war die Unterkunft... Danach: ab ins Freibad, bevor am Abend die ersten Konzerte begannen.


Montag, 8. Juli 2013

TFF 2013 – mein Fazit

Das Festival ist Geschichte und vier anstrengende, vor allem aber sehr schöne Tage sind vorbei. In meiner subjektiven Erinnerung waren Arstidir und Carminho für mich überaus sehens- und hörenswert, meine diesjährigen Favoriten. Aber auch
  • Souad Massi
  • Habadekuk
  • Johanna Juhola Reaktori
  • Bauchklang (nein, ich bin kein Fan dieser Umpf-Umpf-Töne. Aber daß sie hier nur mit Mund + Bauch erzeugt wurde und welche Wirkung sie hatten, war schon sehr beeindruckend)
  • The Galloping Irish Club (vor allem wegen des frischen und rockigen Herangehens an die traditionelle Musik - dagegen war Nuala Kennedy am Sonnabend auf der Burg eher langweilig)
  • Dotschy Reinhard
  • Käptn Peng hatte teils tolle Texte - aber eine meinen Ohren nicht so gefallende Musik, bin dann bald gegangen
waren Klasse. Anamateur verbuche ich mal so wie z.B. im letzten Jahr Pigor & Eichhorn als Zugeständnis an den Massengeschmack. Nicht daß die schlechte Programme machen (sonst wäre ich nicht hingegangen), aber dieses Comedy-Zeug paßt nicht so zum TFF. Keimzeit war auch toll, aber die gut zu finden gehört ja nun wirklich nicht viel dazu. War eben einer von den großen Acts für`s Massen-Publikum.

Daneben aber auch so viele kleine Bands und Künstler, die alle für das schöne bunte Durcheinander von Msuik sorgten, den Rudolstadt-Sound eben.Es war wieder ein sehr schönes Festival, die Organisation klappte, es schien trotz Besucherrekorden nicht ganz so überlaufen (oder die Besucher besser verteilt), die Versorgung mit Essen und Trinken klappte hervorragend.

Nun bleibt ein Jahr Vorfreude auf das TFF 2014, mit Baß, Samba und  Tansania als Instrument, Tanz und Land des Jahres.







Ein paar Anmerkungen zu den Bühnen:
  • Für die Massen bestimmt war sicher vieles auf der großen Bühne im Heinepark. Aber die war mir auch in diesem Jahr wieder viel zu laut, vor allem im Baßbereich.
  • Die Konzertbühne hat mir da viel mehr gefallen, da gab es auch viele meiner Favoriten.  
  • Die Burgbühnen waren wie immer gut besucht, aber irgendwie bekam man mit etwas Geduld einen Platz mit guter Akustik+Optik.
  • Zum Handwerkerhof gehen wir wegen der Enge und der Nebengeräusche schon gar nicht mehr hin, ebenso und aus den gleichen Gründen auch nicht zu den Bauerhäusern.
  • Auch der Neumarkt ist immer stark überlaufen, den lasse ich auch meist außen vor.
  • Der Theaterplatz dagegen war gut um kleinere Bands zu hören.

Und zuletzt: es gab an den Festivaltagen fast keinen Regen – und damit keine Belästigung durch aufgespannte Regenschirme Aber dennoch sollten Regenschirme zumindest vor den Bühnen verboten werden, und wenn schon nicht ein so drastisches Wort, dann sollten die Veranstalter doch deutlich darauf hinweisen, daß derlei asoziales Verhalten, dahinter stehenden bzw. sitzenden die Sicht zu versperren, unerwünscht ist. (Regenumhänge existieren.)

Sonntag, 7. Juli 2013

TFF 2013 – nebenbei gesehen

Café Kolibri, dessen Maskottchen aber um einiges größer war – und immer neugierige anzog.


Immer wieder interessant sind die riesige Seifenblasen. 





 Für die Kinder ein Spaß: das Programm der Kulturinsel Einsiedel. Ob es nun der holzbeheizte Badekessel war
 oder das Holzbaudorf mit Möglichkeit zu Sägen und zu Hämmern (man mochte manchmal gar nicht hinsehen, aber anscheinend ging es ohne Verletzungen...), es gab wie in jedem Jahr phantasievolle Spielgelegenheiten.



Ein paar Blicke aus dem Dachfenster des Wohnmobils

Und ein Blick von der Burg auf Rudolstadt und den Wohnmobilplatz.

 Zur Burg hinauf gibt es mehrere Aufgänge. Am schönsten ist wohl Nummer II, schattig und grün, allerdings nur am Tage zu empfehlen, weil nachts stockfinster. Nummer IV ist aber auch sehr schön, mit ordentlichen Treppenstufen und nachts beleuchtet.

TFF 2013 – der Sonntag

Der Sonntag beginnt, und allmählich merkt man die Anstrengung von vier Tagen Festival in den Knochen. Aber egal, los geht's. Zuerst zum Theaterplatz, wo Das Serious Beans Project aus Maastricht (NL) Weltmusik spielte. Anschließend hoch zur Burg.

The Serious Beans Project (NL)
Der Platz vor der Burgterassenbühne war voller Menschen. Auf der Bühne gab es finnischen Tango, mit der Akkordeonistin Johanna Juhola und ihrer Band. Tolle Musik, ein wenig (wie erwartet) melancholisch, aber auch frisch und munter.
Publikum auf der Burgterasse

Johanna Juhola Reaktori (FIN)
Dann wieder runter zum Markt, um Klaus den Geiger zu hören. Vorher spielte dort die kolumbianische Band von Mauricio Velasiera mit jazzig gespielten mittelamerikanischen Melodien, zu denen eine Tänzerin tanzte.
Mauricio Velasiera (COL)

Jenny Adejayan

Vanessa Guevara
Dann endlich: Klaus der Geiger. Mit seinen gewohnt bissigen Texten, manchmal auch unterhalb der Gürtellinie, und vor allem: kein Blatt vor den Mund nehmend. Politische Musik in einer sehr direkten und deutlichen Form. Und bei der aktuellen Politik fiel es ihm nicht schwer, Themen zu finden. Die beiden Jungen unten vor der Bühne lauschten aufmerksam den Texten, und feixten über die
Klaus der Geiger (D), hier noch mit dem
Geigenbogen spielend...

...den er dann gegen einen selbst gebauten
und mit Bühnentape geklebten tauschte.
(dem Klang der Geige tat es keinen Abbruch)

Vor der Bühne saß ein Maler und machte das, was ich mit dem Fotoapparat tat: ein Bild des Musikers zeichnen oder malen. Am Ende des Konzertes war das Aquarell von Klaus fertig.

Nochmal rüber zum Theaterplatz: dort spielt die Drsdner Band Huderich Lieder von Gundermann. Schön, daß dessen Musik weiterlebt.
Huderich (D)
Ein Schotte am Alphorn begegnete uns auf dem Schulplatz. Kommt sicher auch nicht alle Tage vor... Werner Erb aus der Schweiz ließ hier auf dem Schulplatz seine Alphörner probieren.

Auf dem Markt gab es Sonntag nachmittag nochmal ein Konzert von Bauchklang. Diesmal war die Lautstärke etwas niedriger eingestellt als am Sonnabend im Heinepark. Lina würde bestimmt sagen, daß das Konzert dort aber viel mehr Stimmung hatte (und sie würde wohl Recht damit haben – die Musik braucht die Lautstärke und die Bässe). Aber auch auf der Marktbühne war es eine tolle Erfahrung, die fetten Klänge zu hören, von einer Musik, die ich mir sonst nie anhören würde (so in der Art, wie sie manchmal aus tiefergelegten Autos mit fetten Bassboxen im Kofferraum dröhnt – keine Ahnung, wie der Stil heißt). Was Bauchklang so besonders machte, war die ausschließliche Verwendung des Körpers als Instrument. Und natürlich von Mikrofon und Verstärker. 
 
Bauchklang (A)
Und kurz darauf begann auch schon das Abschlußprogramm. Einige der Musiker kamen nochmal auf die Bühne, Zeit für einen kleinen Rückblick in schon gehörtes oder einen Einblick in verpaßtes. Verpaßt hatte ich den Auftritt von Söndörgö, einer ungarischen Band, die mitreißende Balkanklänge spielt. Dann kam nochmal Bauchklang, und danach eine Band, deren Namen mir grad nicht einfällt. meiner Erinnerung nach eine ukrainische Sängerin, die der verlorengegangenen musikalischen Tradition von Juden, Ukrainern, Polen und Deutschen in ihrer Heimat nachgeht.(wer einen Hinweis hat, kann ihn gern als Kommentar eintragen). Den Abschluß machte der Galloping Irish Club, dessen Konzert ich auch verpaßte. So gab es immerhin einen kleinen Ausschnitt davon, was man verpaßt hatte. Irische Musik, aber auf eine so schnelle und lebendige Weise gespielt, daß es beinahe an Rockmusik grenzte. Begeisternd.
Söndörgö (HU)

Bauchklang (A)
Anschließend zurück zum Wohnmobil, alles eingepackt und reisefertig gemacht, um nochmal kurz zum allerletzten Konzert des 2013er TFF in den Heinepark zu gehen.La Caravane Passé aus Frankreich, die einen bunten Misx aus Zigeunermusik, Reaggae und Rock spielten, ziemlich verrückt. Und es waren doch noch eine Menge Zuhörer da, der Platz vor der Bühne war auch am Sonntag abend noch voll. Uns aber zog es dann doch nach Hause, nach vier erlebnisreichen Tagen, deren Musik noch lange nachklingen sollte.

sorry, hier fehlt der Bandname... 

The Galloping Irish Club