Zum Elbe-Saale-Camp gehört immer auch eine politische Diskussionsrunde. Mit Themen rings um den Ausbau der Elbe oder den Erhalt der natürlichen Flusslandschaften. Diesmal unter dem Titel "Wie weiter an Elbe und Saale? Perspektiven für den Elbe-Saale-Bereich". Im Podium der Diskussionsrunde saßen (von links nach rechts) Jutta Röseler als Vertreterin der Veranstalter Dietmar Weihrich von den Grünen, Oliver Wendenkampf vom BUND als Moderator der Runde, Silke Schindler von der SPD und Uwe-Volkmar Köck von den Linken.
Allerdings – und leider hat auch das schon Tradition – entzogen sich die Befürworter von Kanalausbau und Elbausbau der Diskussion. Eingeladen waren auch der Bundesverkehrsminister Ramsauer, der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Haseloff, der Verkehrsminister Webel und der Umweltminister Aeikens. Aeikens, der sich im letzten Jahr noch pikiert darüber zeigte, nicht eingeladen worden zu sein, wollte auf einmal nicht mehr für Umweltthemen zuständig sein. Man solle sich an das Ministerium für Landesentwicklung wenden. Der Verkehrsminister Webel antwortete gar nicht erst auf die Einladung, und aus dem für die Wasserstraßen (also die Elbe und Saale) zuständigem Bundesverkehrsministerium hieß es, es seien keine kompetenten Mitarbeiter verfügbar. Als Besucher der Runde hätte ich von den Befürwortern der Kanalbaupläne schon erwartet, daß sie sich der öffentlichen Diskussion stellen, statt sich feige wegzuducken. Es hätte eine sehr interessante Runde werden können. Wahrscheinlich befürchteten die Herren Minister aber, keine nachvollziehbaren Argumente gegen die inzwischen nachgewiesene Unwirtschaftlichkeit der Wasserstraßenbaupläne mehr zu haben und damit bloßgestellt zu werden. Daß der Kaiser nichts anhat, läßt er sich schließlich nicht gern sagen.
So blieb es Jutta Röseler vorbehalten, die fehlenden Diskutanten zu vertreten, womit sie schon den Kabarettnachmittag des Abschlußtages vorwegnahm. Im jeweils passenden Outfit stellte sie die Minister Aeikens, Ramsauer und Webel vor. Wenn sie Webel sagen ließ: "Wo ist hier das Freibier? Gebt mir die die Schere, wo soll ich das Band durchschneiden, ich komme sofort", dann wurde damit schön charakterisiert, auf welchem niedrigen Niveau die hiesige Politik angekommen ist.
In der Diskussion wurden unter anderem das Zustandekommen der jetzigen Kompromisslage des CDU-SPD-Koalitionsvertrages hinterleuchtet. Immerhin ist umstritten, ob die Landes-SPD nun für oder gegen den Kanal ist. Nach Aussage von Silke Schindler hat sich innerhalb der SPD die Beschlusslage geändert, inzwischen ist man auch dort gegen den Kanal. Daß das nicht so ausdrücklich in den Koalitionsvertrag hineinkam, hat mit Kompromissen zu tun, die eingegangen wurden, um andere Themen nicht zu gefährden. Ein Anfang, aber man sollte wachsam draufschauen. Auch wenn Silke Schindler eine der SPD-Lndtagsmitglieder war, die bei der Landtagsabstimmung gegen den Kanal gestimt hat, so gibt es sowohl dort als auch auf unterer Ebene Befürworter des Kanalprojekt. Immer noch in der irrigen Annahme, man könne damit etwas für die Wirtschaft tun. Uwe-Volkmar Köck, der aus Halle kommt – der Stadt mit der30-Millionen-Euro-Invstitonsruine (Hafen Halle) – und dort auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke sitzt, die den Hafen betreiben, ist gleichwohl erklärter Gegner der Kanalpläne. Allerdings verweist er auf die Notwendigkeit, zumindest die Schleusen und Uferbefestigungen zu erhalten, da diese für die touristische Nutzung notwendig sind. Und diese soll weiterhin möglich sein.
An die Podiumsdiskussion schloß sich die Publikumsrunde an. Paul Dörfler nutzte diese Gelegenheit, um eindeutig zu wiederlegen, daß seitens des BUND bzw. durch ihn selbst der Vorschlag kam, den Saalekanal zu bauen, als Alternative zum Saaleausbau. Vielmehr stammte dieser Plan aus dem sachsen-anhaltischen Umweltministerium.
Eine der wichtigsten Faustformeln beim Fotografieren: Sonne lacht - Blende 8. Die Belichtungszeit entspricht dabei etwa der ISO-Filmempfindlichkeit. Klappt auch heute noch.
Donnerstag, 28. Juli 2011
Sonntag, 24. Juli 2011
Klaus der Geiger (beim Elbe-Saale-Camp 2011)
Einer der musikalischen Höhepunkte des Elbe-Saale-Camps 2010 war der Auftritt von Klaus dem Geiger. Vor gerade drei Wochen habe ich ihn noch auf der großen Bühne gesehen, als er beim TFF Rudolstadt für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Nun also in seinem eigentlichen Element, nah dran am Publikum (Danke Jutta, daß Du ihn kurzfristig eingeladen hast). Das Konzert war große Klasse, politische Musik vom Feinsten. Mit genügend Anlaß auch über sich selbst nachzudenken.
Klaus von Wrochem, bekannt als Klaus der Geiger, studierte einst Musik an der Kölner Musikhochschule bei Stockhausen. Bekannt wurde er aber nicht als Konzertmusiker, sondern als Straßenmusiker. Begleitet wurde er dieses mal von seiner Tochter Antje von Wrochem auf der Gitarre. Die Fotos vom Konzert stammen von Rolf Winkler.
Klaus von Wrochem, bekannt als Klaus der Geiger, studierte einst Musik an der Kölner Musikhochschule bei Stockhausen. Bekannt wurde er aber nicht als Konzertmusiker, sondern als Straßenmusiker. Begleitet wurde er dieses mal von seiner Tochter Antje von Wrochem auf der Gitarre. Die Fotos vom Konzert stammen von Rolf Winkler.
Elbe-Saale-Camp eröffnet
Erleichterung, aber auch ein wenig Skepsis war Jutta Röseler und Ernst Paul Dörfler anzumerken, als sie die Teilnehmer und Gäste des Elbe-Saale-Camps begrüßten. Erleichterung, denn nun scheint sich endlich ein Erfolg der langjährigen Bemühungen abzuzeichnen, einen Ausbau von Elbe und Saale zu verhindern. Nicht etwa aus Einsicht, sondern schlicht aus Geldmangel im Verkehrsministerium. Und Skepsis, weil jetzt bei diversen sachsen-anhaltische Politikern, allen voran Verkehrsminister Webel und Ministerpräsident Haseloff, das Heulen und Zähneklappern einsetzt und sie sich lauthals über das Ende der ostdeutschen Infrastrukturförderung beklagen und vom Bundesverkehrsminister ein Wiedereinsetzen des warmen Geldregens fordern. Gerade Webel hat die Chance verpaßt, sich zum Regierungswechsel von der unsinnigen Politik seines Vorgängers Daehre zu distanzieren. So bleibt nur, deutlich auf die existierenden Zahlen zu verweisen und von der Politik eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu fordern. Deshalb wird das 19. Camp wohl doch nicht das letzte gewesen sein, waren sich alle sicher.
Zunächst aber gab es vor der offiziellen Eröffnung einen Spaziergang zum vorgesehenen Ort des Kanals, wo Paul Dörfler auf dem Grunde des Kanalbetts Details zum Kanal und seiner (Un)wirtschaftlichkeit berichtete. Er konnte dabei auch darauf verweisen, daß die Politik wie bereits zuvor Ende des letzten Jahrhunderts, als es um den Bau des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg ging, mit mehrfach überhöhten Prognosen für die Schifffahrtszahlen hantiert. Für die Elbe bei Barby waren damals beispielsweise für das Jahr 2010 23 Millionen Tonnen Ladung vorausgesagt – tatsächlich waren es nur 1,1 Millionen Tonnen.
Pünktlich um drei eröffnete Jutta Röseler das Camp. Erst gab es gemeinsam gesungene Lieder zur Gitarre, dann unterstrich auch sie die Notwendigkeit, bis zum tatsächlichen Ende des Kanalprojektes dran zu bleiben. Sie teilte Einzelheiten zum Ablauf des Camp und zu geplanten Veranstaltungen mit. So gibt es auch in diesem Jahr wieder das politische Forum mit Politikern des Landes und der Region. Interessanterweise sind es regelmäßig die Kanalbefürworter, die eine politische Auseinandersetzung scheuen. So gab es auch diesmal bereits die ersten Absagen aus der CDU. Aus dem Bundes-Verkehrsministerium wurde wegen Personalmangel abgesagt. Landes-Umweltminister Aeikens, der sich im letzten Jahr darüber beschwerte, nicht persönlich eingeladen worden zu sein, erklärte sich plötzlich für nicht zuständig und sagte ab. Verkehrsminister Webel hatte bisher zwar noch nicht abgesagt, jedoch wäre es ein großes Wunder, würde er tatsächlich erscheinen
Die Musik überließ sie dann aber den Musikern der lokalen Irish-Folk-Band Glinde 7 und im Anschluß Klaus dem Geiger (Bericht folgt).
Zunächst aber gab es vor der offiziellen Eröffnung einen Spaziergang zum vorgesehenen Ort des Kanals, wo Paul Dörfler auf dem Grunde des Kanalbetts Details zum Kanal und seiner (Un)wirtschaftlichkeit berichtete. Er konnte dabei auch darauf verweisen, daß die Politik wie bereits zuvor Ende des letzten Jahrhunderts, als es um den Bau des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg ging, mit mehrfach überhöhten Prognosen für die Schifffahrtszahlen hantiert. Für die Elbe bei Barby waren damals beispielsweise für das Jahr 2010 23 Millionen Tonnen Ladung vorausgesagt – tatsächlich waren es nur 1,1 Millionen Tonnen.
Pünktlich um drei eröffnete Jutta Röseler das Camp. Erst gab es gemeinsam gesungene Lieder zur Gitarre, dann unterstrich auch sie die Notwendigkeit, bis zum tatsächlichen Ende des Kanalprojektes dran zu bleiben. Sie teilte Einzelheiten zum Ablauf des Camp und zu geplanten Veranstaltungen mit. So gibt es auch in diesem Jahr wieder das politische Forum mit Politikern des Landes und der Region. Interessanterweise sind es regelmäßig die Kanalbefürworter, die eine politische Auseinandersetzung scheuen. So gab es auch diesmal bereits die ersten Absagen aus der CDU. Aus dem Bundes-Verkehrsministerium wurde wegen Personalmangel abgesagt. Landes-Umweltminister Aeikens, der sich im letzten Jahr darüber beschwerte, nicht persönlich eingeladen worden zu sein, erklärte sich plötzlich für nicht zuständig und sagte ab. Verkehrsminister Webel hatte bisher zwar noch nicht abgesagt, jedoch wäre es ein großes Wunder, würde er tatsächlich erscheinen
Die Musik überließ sie dann aber den Musikern der lokalen Irish-Folk-Band Glinde 7 und im Anschluß Klaus dem Geiger (Bericht folgt).
Samstag, 23. Juli 2011
Wucherndes Grün
Seit dem letzten Garten-Foto ist schon etwas Zeit vergangen. Inzwischen zeigt sich, daß ich an einigen Stellen die Wuchskraft des Grünzeugs unterschätzt habe. Auf dem Foto befnden sich ein Kartoffelacker, Kürbisse und Tomaten. Wo die Grenzen dazwischen verlaufen, weiß ich auch nicht mehr so richtig. Irgendwo dahinter auch Zuchinis, die so schnell wachsen, daß man mit Essen gar nicht hinterherkommt.
Freitag, 15. Juli 2011
TFF Rudolstadt 2011 – am Sonntag
Hier ein paar Bilder von den Konzerten am Sonntag.
Das TFF im Namen des Rudolstädter Festivals steht für Tanz- und Folkfest. Hervorgegangen unter anderem aus dem früheren Tanzfest Rudolstadt, der Tanzbewegung in der DDR. Aus diesem Grund gibt es nicht nur ein Instrument des Jahres (in diesem Jahr: die Harfe), ein Land des Jahres (die Schweiz), sondern auch einenTanz des Jahres (den Walzer). Das mag mancher für altertümlich halten, aber mal ehrlich, was wäre z.B. Bob Dylan ohne den Walzer. Und das TFF Rudolstadt lebt auch heute noch vom Tanz, getanzt wird vor den Bühnen, auf der Mitmachbühne im Tanzzelt im Heinepark und auch auf den Bühnen. Traditionell gibt es auch den Auftritt des Thüringer Folkloretanzensembles auf der Großen Bühne auf dem Markt. Auch wenn es etwas folkloristisch erscheint – es ist mehr als das. Die Tänze sind gelebte Geschichte, und nebenbei merkt man den Tänzern den Spaß an.
Weiter zur Bühne auf dem Neumarkt. Dicht umlagert war Anton Bruhin. Und das obwohl, oder gerade weil, er ein sehr kleines, unscheinbares Instrument spielt: die Maultrommel. So etwa habe wohl viele einmal in der Hand oder am Mund gehabt – und dann enttäuscht wieder beiseite gelegt, weil der der Klang etwas eintönig war oder gar nicht erst so recht herauskam. Bei Anton Bruhin sah man, wie's geht: Man hat mindestends drei unterschiedlich gestimmte Maultrommeln gleichzeitig in den Händen.
Christine Lauterburg aus der Schweiz sang, jodelte, spielte Geige und Akkordeon. Und berichtete davon, daß sie mit ihrer ungewohnten Art Musik zu machen lange Zeit in Konflikt mit den schweizer Traditions- und Trachtenvereinen lag.
Jedes Jahr gibt es eine Musikinstrumenten-Straße. Geht man zum Neumarkt, so reihen sich dicht an dicht Stände mit handgefertigten Instrumenten, Geigen, Trommeln, Harfen, Drehleiern, Percussion, Flöten, ... und natürlich auch Maultrommeln in allen Tonlagen.
Vor dem Konzert in der Stadtkirche bildete sich schon lange vor dem Konzert von Dorothee Oberlinger eine lange Schlange. Dorothee Oberlinger, ein Star der Alte-Musik-Szene, spielt meisterhaft auf diversen Blockflöten. Diesmal war sie als "Barocco Celtico" gemeinsam mit dem schottischen Harfenisten Tom Daun zu hören. Zauberhafte Klänge! Übrigens bat man vor dem Konzert darum, nicht während der Musik die Kirche zu verlassen, vor allem nicht über die Treppen – da das Konzert aufgezeichnet wird und die knarrenden Treppen zu hören wären (was sie auch wirklich laut taten).
Und nun wieder im Heinepark: auf der Konzertbühne spielt der jüdische Musiker Daniel Kahn mit "Painted Bird" vor einem begeisterten Publikum. Seine Lieder, teils englisch, teils deutsch, oft mit einem erkennbar jüdischen Witz, der selbst wenn es ernst wurde, in die Geschichte zurückgehend, gleich wieder sehr fröhlich wurde.
Als letztes vollständiges Konzert sahen wir uns das des Schweizer Vocaltrio Nørn an. Benannt nach den Nornen, den schicksalsbestimmenden Frauen der nordischen Sagenwelt. Die drei Sängerinnen sangen in einer erfunden Sprache, angelehnt an nordische Weisen. Die verstreichende Zeit wurde vom Konzeptkünstler Georg Traber versinnbildlicht, der aus einem auf der Bühne stehenden Leiterwagen Stück für stück eine Zeitmaschine baute, eine (tatsächlich funktionierende) Pendeluhr, die den Gang der Zeit verdeutlichte. Eine verblüffende Installation, die an die Kunst von Jean Tingely erinnnerte.
Auch wenn die fehlende Sprache das ganze etwas schwer verständlich machte – im Zusammenspiel und mit etwas Phantasie war es eine großartige Aufführung. Schade nur, daß von den meisten Plätzen aus kaum etwas zu sehen gewesen sein dürfte.
Danach ging es noch an einigen Konzerten vorbei, mal hier und dorthin geschaut und gehört, bevor es am Abend wieder nach Hause ging. Mit dem Gefühl, in den zwei Tagen nur einen kleinen Teil der vielen Konzerte geschafft zu haben. Im nächsten Jahr finden wir hoffentlich wieder Zeit für einen längeren Besuch des TFF Rudolstadt. Dann mit dem Länderschwerpunkt: Kolumbien, dem magischen Instrument: Konzertina und dem Tanz des Jahres: Streetdance.
Das TFF im Namen des Rudolstädter Festivals steht für Tanz- und Folkfest. Hervorgegangen unter anderem aus dem früheren Tanzfest Rudolstadt, der Tanzbewegung in der DDR. Aus diesem Grund gibt es nicht nur ein Instrument des Jahres (in diesem Jahr: die Harfe), ein Land des Jahres (die Schweiz), sondern auch einenTanz des Jahres (den Walzer). Das mag mancher für altertümlich halten, aber mal ehrlich, was wäre z.B. Bob Dylan ohne den Walzer. Und das TFF Rudolstadt lebt auch heute noch vom Tanz, getanzt wird vor den Bühnen, auf der Mitmachbühne im Tanzzelt im Heinepark und auch auf den Bühnen. Traditionell gibt es auch den Auftritt des Thüringer Folkloretanzensembles auf der Großen Bühne auf dem Markt. Auch wenn es etwas folkloristisch erscheint – es ist mehr als das. Die Tänze sind gelebte Geschichte, und nebenbei merkt man den Tänzern den Spaß an.
Weiter zur Bühne auf dem Neumarkt. Dicht umlagert war Anton Bruhin. Und das obwohl, oder gerade weil, er ein sehr kleines, unscheinbares Instrument spielt: die Maultrommel. So etwa habe wohl viele einmal in der Hand oder am Mund gehabt – und dann enttäuscht wieder beiseite gelegt, weil der der Klang etwas eintönig war oder gar nicht erst so recht herauskam. Bei Anton Bruhin sah man, wie's geht: Man hat mindestends drei unterschiedlich gestimmte Maultrommeln gleichzeitig in den Händen.
| Anton Bruhin, Maultrommelspieler aus der Schweiz. |
| Christine Lauterburg, Schweiz |
Jedes Jahr gibt es eine Musikinstrumenten-Straße. Geht man zum Neumarkt, so reihen sich dicht an dicht Stände mit handgefertigten Instrumenten, Geigen, Trommeln, Harfen, Drehleiern, Percussion, Flöten, ... und natürlich auch Maultrommeln in allen Tonlagen.
| In der Musikinstrumenten-Straße. |
Vor dem Konzert in der Stadtkirche bildete sich schon lange vor dem Konzert von Dorothee Oberlinger eine lange Schlange. Dorothee Oberlinger, ein Star der Alte-Musik-Szene, spielt meisterhaft auf diversen Blockflöten. Diesmal war sie als "Barocco Celtico" gemeinsam mit dem schottischen Harfenisten Tom Daun zu hören. Zauberhafte Klänge! Übrigens bat man vor dem Konzert darum, nicht während der Musik die Kirche zu verlassen, vor allem nicht über die Treppen – da das Konzert aufgezeichnet wird und die knarrenden Treppen zu hören wären (was sie auch wirklich laut taten).
| Nochmal in der Stadtkirche, diesmal mit Blick auf die Bühne. |
Und nun wieder im Heinepark: auf der Konzertbühne spielt der jüdische Musiker Daniel Kahn mit "Painted Bird" vor einem begeisterten Publikum. Seine Lieder, teils englisch, teils deutsch, oft mit einem erkennbar jüdischen Witz, der selbst wenn es ernst wurde, in die Geschichte zurückgehend, gleich wieder sehr fröhlich wurde.
| Daniel Kahn und Painted Bird |
| Blick auf die Konzertbühne im Heinepark... |
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| ...und auf die Zuhörer. |
Als letztes vollständiges Konzert sahen wir uns das des Schweizer Vocaltrio Nørn an. Benannt nach den Nornen, den schicksalsbestimmenden Frauen der nordischen Sagenwelt. Die drei Sängerinnen sangen in einer erfunden Sprache, angelehnt an nordische Weisen. Die verstreichende Zeit wurde vom Konzeptkünstler Georg Traber versinnbildlicht, der aus einem auf der Bühne stehenden Leiterwagen Stück für stück eine Zeitmaschine baute, eine (tatsächlich funktionierende) Pendeluhr, die den Gang der Zeit verdeutlichte. Eine verblüffende Installation, die an die Kunst von Jean Tingely erinnnerte.
Auch wenn die fehlende Sprache das ganze etwas schwer verständlich machte – im Zusammenspiel und mit etwas Phantasie war es eine großartige Aufführung. Schade nur, daß von den meisten Plätzen aus kaum etwas zu sehen gewesen sein dürfte.
| Die Zeitmaschine. |
Danach ging es noch an einigen Konzerten vorbei, mal hier und dorthin geschaut und gehört, bevor es am Abend wieder nach Hause ging. Mit dem Gefühl, in den zwei Tagen nur einen kleinen Teil der vielen Konzerte geschafft zu haben. Im nächsten Jahr finden wir hoffentlich wieder Zeit für einen längeren Besuch des TFF Rudolstadt. Dann mit dem Länderschwerpunkt: Kolumbien, dem magischen Instrument: Konzertina und dem Tanz des Jahres: Streetdance.
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