Donnerstag, 8. September 2022

Gitarrenfestival: Pavel Steidl

Der tschechische Gitarrist Pavel Steidl eröffnete das Gitarrenfestival. Mit ihm hatten die Organisatoren einen Meister der Barockgitarre eingeladen.


Pavel Steidl beginnt mit Stücken der Alten Musik, von Komponisten wie Jan Antonio Lossy oder Daniel Spohr. In der Barockzeit für Laute geschrieben und nur noch einem Fachpublium bekannt, aber Steidl erweckt sie zum Leben. Er spielt die Stücke mit einem hohem Maß an persönlichem Ausdruck, begleitet die Stücke mit leisem Gesang, eher ein Mitsummen der Melodiestimme, und formt die ausklingenden Töne der Gitarre mit seinen Händen. Ihn zu hören ist wunderbar, aber ihn live spielen zu sehen noch viel schöner. Übrigens einer der großen Vorteile von Livemusik gegenüber Funk und Fernsehen - probiert das mal selbst wieder aus!

Sein Programm moderiert er überwiegend auf englisch. Einmal wechselt er ins deutsche, vielleicht weil das Zitat von einem deutschen Musiker stammt, von Daniel Spohr, der sagte, es gibt in der Musik den „richtigen Vortrag“ und den „schönen Vortrag“. Nach dem Konzert sagt er im Gespräch: „Man kann die Stücke nach den Noten spielen, man kann aber auch seine eigenen Empfindungen hineinlegen. Im besten Fall kommen in der Musik die DNA des Komponisten und die DNA des Interpreten zusammen.“ Ich bin mir ganz sicher: Pavel Steidel ist von der zweiten Art. Seine Barockstücke stammen von Musikern mit Bezug zu Prag, aber was spielte das in dieser Zeit für eine Rolle - die gesamte Gegend war ein gemeinsamer Kulturraum. Und dennoch sieht er einen typisch tschechischen Einfluss: “this music is so Prague“, sagt er. 

Gitarrenfestival: Eröffnung

Heute begann im Forum Gestaltung Magdeburg (in einem bis zum letzten Stuhl vollen Saal!)  das 5. Internationale Gitarrenfestival. An vier Tagen gibt es Gitarrenkonzerte mit einer großen Vielfalt, vom Solo-Gitarristen bis zum Ensemble, mit und ohne Gesang. Veranstaltungsorte sind das Forum Gestaltung (Do. und So.) und das Gesellschaftshaus Magdeburg (Fr.  und Sa.). Das Schöne am Fistival ist auch: die Konzerte finden in einem kleinen Rahmen statt und erlauben die Musik aus der Nähe zu erleben.

Stephan Bormann (links) und Norbert Pohlmann

Als Norbert Pohlmann die Besucher begrüßte, blickte er auch auf  die letzten Kulturmonate und -jahre zurück. Auf den Wiederbeginn der Kulturveranstaltungen, auf das was alles wieder möglich ist. Zur Vielfalt an Konzerten zitierte er Goethes Faust, bei dem es im Vorspiel im Theater heißt: Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen, / Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus. / Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen; / Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.

Aber auch auf den nun schon ein halbes Jahr dauernden Krieg in der Ukraine blickte Pohlmann zurück. Wiederholt stellte er die Frage, die er bereits bei den Jazztagen und ähnlichen Konzerten stellte: "Darf man in diesen Zeiten Kunst machen?" und beantwortete sie auch gleich: "Man darf nicht - man muss!" Statt Waffen brauchen wir Gitarren, sagte er, die völkerverbindende Wirkung der Musik und der Kultur im Blick. 

Sonntag, 4. September 2022

Strukturbetont. Ausstellung von Steffen Ebert

"Strukturbetont" lautet der Titel der Ausstellung des Fotografen Steffen Ebert aus Langenweddingen,   Heute wurde seine Ausstellung im Ferdinand-Döbbel-Haus Altenweddingen eröffnet. 


Steffen Eberts schwarzweiße Fotografien lassen den Betrachter einen neuen Blick auf Objekte werfen, die er aus dem Alltag kennt. Oft ist es Architektur, sind es ganze Bauwerke oder Details von Gebäuden. Harte Kontraste bestimmen das Bild, so ziemlich das genaue Gegenteil vom allgegenwärtigen und  überbordend häufigem HDR. Vielleicht sollte man dafür die Abkürzung HCR einführen: High Contrast. Mit hartem Schwarzweiß, gelegentlich auch wenigen dazwischenliegenden Grautönen, macht Steffen Ebert Strukturen sichtbar. Seine Fotos sind so wie der Titel der Ausstellung: strukturbetont. 

Samstag, 3. September 2022

Klangbilder – Freie Improvisation in Musik und Malerei

Klavierklänge waren aus der weit geöffneten Tür der Frohser St.-Laurentius-Kirche zu hören. Carsten Miseler spielte improvisierte Versionen von Stücken irgendwo zwischen "Somewher over the rainbow", "Weißt Du wie viel Sternlein stehen" und jazzigen Melodien. Drinnen in der Kirche sah man an einigen im Halbrund aufgestellten Tischen Künstler stehen oder sitzen. Sie ließen sich vom Klang von Carsten Miselers Musik und auch vom hellen Raum der Kirche und den bunt leuchtenden Glasfenstern zu Bildern inspirieren, zu Grafiken, Gemälden und Aquarellen.

"Ars inspirati" bezeichnen die Mitglieder der "Gruppe 90" ihre Treffen, bei denen sie sich etwa einmal jährlich an unterschiedlichen Orten zu ihren Kunstwerken inspirieren lassen. Für den Termin in der Frohser Kirche stellte Karin Hamann den Kontakt zu Pfarrer i. R. Johannes Schulz her. Verbunden damit war dann gleich der Plan zu einer Ausstellung am Tag des offenen Denkmals am darauffolgenden Wochenende. Am Sonntag, dem 11. September werden ab 10 Uhr einige der heute entstandenen Bilder und weitere Werke der Künstlergruppe in der Kirche zu sehen sein.

Samstag, 20. August 2022

Wohnen im Atemhaus: Gedichte von Rose Ausländer

Der Dramaturg David Schliesing und die Schauspielerin Judith Kruder lasen im Schloss Hohenerxleben Lyrik und Prosa der Dichterin Rose Ausländer. Den Titel eines ihrer Gedichte, "Wohnen im Atemhaus", stellten sie als Überschrift der Lesung voran.

Unsichtbare Brücken spannen
von dir zu Menschen und Dingen
von der Luft zu deinem Atem

Mit Blumen sprechen
wie mit Menschen
die du liebst

Im Atemhaus wohnen
eine Menschblumenzeit

Rose Ausländer, 1901 in der Bukowina, in Czernowitz geboren, wechselte mehrfach zwischen ihrer Heimat, den USA und Österreich, überlebte die Besetzung ihrer Heimat durch rumänische, mit dem faschistischen Deutschland verbündete Truppen und das jüdische Getto, wurde von der Sowjetarmee befreit, zusammen mit den letzten nur etwa 5.000 überlebenden Juden des Gettos, von einst 55.000. Sie lebte und arbeitete ab 1965 in Düsseldorf, wo sie 1988 starb. Mit ihrem Leben hat sie damit fast das ganze 20. Jahrhundert mit seiner großen Tragik erlebt. Daran erinnerte auch Heinrich Dieter Funke vom Schloß Hohenerxleben, der die Lesung eröffnete.

Die Schrecken der Nazizeit waren in vielen der Gedichte Rose Ausländers spürbar, aber auch der Glaube an das Leben. "Warum schreibe ich", mit diesem selbstreflektiven Prosatext Rose Ausländers beginnt Judith Kruder, "vielleicht, weil ich im vielsprachigen Czernowitz zur Welt gekommen bin". Als Deutscher kann man solche Worte nicht hören, ohne auch Gedanken daran im Sinn zu haben, was dann  mit dieser lebendigen Kulturstadt geschah. Und wenn es später heißt, "wer hat mir den Regenbogen aus dem Blick gerissen", dann liegt darin sprachlich der Verlust allen Glücks verborgen. 

Rose Ausländer verstand es, mit wenigen Worten eindrucksvolle Gedankenbilder zu schaffen. "Ich bin ohne Visum auf die Welt gekommen. Ich brauche ein Visum nach Liebe" schreibt sie und diese Zeilen sind aktuell wie für die heutige Zeit geschrieben. "Das Leben spielt mich. Es hat mir eine Krone geschenkt. Ich kaufte dafür ein Königreich aus Worten". Darin liegt Liebe zur Sprache ebenso wie ein zuversichtlicher Blick auf das Leben. 

Mittwoch, 17. August 2022

Stefan Schultze am präparierten Klavier

Heute hatte das Gesellschaftshaus Magdeburg zum "After Work Konzert" in den Klosterbergegarten eingeladen. Pianist Stefan Schultze saß im Schinkelsaal am Flügel und spielte, seine Töne wurden über Lautsprecher nach draußen übertragen. Diese für ein Konzert etwas ungewöhnliche Konstellation hatte den Hintergrund, dass Stefan Schultze eine Live-Solo-CD-aufnimmt und so der Ton ohnehin elektronisch erfasst wird. Gleich vorab: Donnerstag (morgen) um 17 Uhr, am Freitag um 20 Uhr und Sonnabend/Sonntag 11 Uhr wird es weitere Teile dieses Konzertes geben. Bringt Euch Picknickdecken und Getränke mit und genießt die Musik im sommerlichen Garten!  

Stefan Schultze am Flügel des Gesellschaftshauses

Montag, 18. Juli 2022

Leikeim Premium Pils

Das Leikeim Premium Pils ist mit 11,4 % Stammwürze und nur 4,9 Vol% Alkohol ein leichtes fränkisches Bier. 

Aus der Bügelverschlussflasche kommt es mit strohgelber Farbe und relativ wenig Kohlensäure ins Glas.