Sonntag, 4. Oktober 2020

Telemann-Sonntagsmusik – Quer durch Europa

Alter Schwede, was für ein großartiger Komponist! – Telemanns Musik führte diesmal quer durch Europa, mit Stücken, die Musik unterschiedlicher Völker nachahmten (auch die der Schweden). Dazwischen Kammermusik von François Couperin und Cembalostücke von Carl Phillip Emanuel Bach. Aufgeführt von 

Jana Semerádová (Flauto traverso) und dem
Ensemble CASTOR:
Petra Samhaber-Eckhardt (Violine)
Rodolfo Richter (Violine)
Peter Aigner (Viola)
Philipp Comploi (Violoncello)
Barbara Fischer (Violone)
Erich Traxler (Cembalo)

Die tschechische Traversflötistin Jana Semerádová ist Preisträgerin des 2. Internationalen Telemann-Wettbewerbs 2003. Das Ensemble CASTOR kommt aus Österreich und ist wie Telemanns Musik aus international besetzt.

Das Programm begann mit Telemanns B-Dur-Ouvertüren, in der er unterschiedliche Nationen musikalisch charakterisiert. Am Anfang stehen da die Türken, wild und laut – dabei war beeindruckend, wie Philipp Comploi mit dem Bogen sein Cello so kräftig wie ein Schlagzeug benutzt, um den wilden Ritt durch die Steppe zu verdeutlichen. Im Folgenden: Les Suisses – bedächtige Schweizer, Les Moscovites – russische Melodien, Les Portougais – bedächtige, dann tänzerische Melodien aus Südwesteuropa. Am Ende dieses Orchesterstücks stehen die Transportmittel der Zeit: Les Boiteux und les Coureurs – die „hinkenden“ Pferde der Postkutsche und die Rennpferde. 

Sonntag, 6. September 2020

Telemann-Sonntagsmusik – Auftakt zur 60. Saison

Großartige Musiker und großartige Musik: mit Quartetten von Telemann und weiteren Komponisten startete die Magdeburger Telemann-Sonntagsmusik in ihre 60. Saison.

Polina Gorchkova – Flauto traverso
Liv Heym – Violine
Pavel Serbin – Viola da gamba
Siegfried Pank – Viola da gamba
Jean-Christophe Dijoux – Cembalo

Polina Gorshkova, Siegfried Pank, Jean-Christophe
Dijoux, Pavel Serbin und Liv Heym (von links)

Zugleich war es auch das erste Konzert der Telemann-Sonntagsmusik seit dem durch Corona bedingten abrupten Stop der Konzerte im März. Wie das gesamte Kulturleben wurden die Sonntagsmusiken und auch die Telemann-Festtage abgesagt. Erst allmählich starten hier und da die ersten Konzerte. Nun also auch die langjährige Alte-Musik-Konzertreihe. Die Erleichterung darüber war Carsten Lange, dem Leiter des Magdeburger Telemann-Zentrums anzumerken, als er Gäste und Musiker begrüßte. 

Samstag, 5. September 2020

Außer gewöhnlich – Künstlerporträts von Elisabeth Heinemann in der Kunsthalle Kühlungsborn

Außergewöhnlich sind die Bilder von Elisabeth Heinemann in der Kunsthalle Kühlungsborn ebenso wie es das Zustandekommen der Ausstellung ist. Denn die war bereits für Mitte März angekündigt, der Termin der Ausstellung fiel genau in den Beginn der Corona-Pandemie. Heute nun wurde die Ausstellung der Magdeburger Fotografin eröffnet.

Für ihr Langzeitprojekt, dem sie den Titel "außer gewöhnlich" gab, bat Elisabeth Heinemann in den vergangenen etwa 15 Jahren zahlreiche Künstler aus In- und Ausland darum, ein Porträt von ihnen fotografieren zu dürfen. Entstanden sind über hundert Fotografien, oft in einem sehr harten Schwarzweiß und auf die Gesichter konzentriert, in denen Elisabeth Heinemann es fertig bringt, ein sehr charakteristisches Bild der Personen zu zeichnen. 

Samstag, 13. Juni 2020

Minzwasser

Was ist wichtig an heißen Tagen: viel Trinken. Minzwasser ist eine hervorragende Erfrischung und aktuell mein Getränk der Wahl.

Minzwasser

Ein paar Zweige frische Minze (je nach Größe ca. 5...8) in eine Karaffe geben, mit zwei Liter Wasser aufgießen, eine halbe Stunde (oder auch etwas länger) stehen lassen. Ein Löffel Zucker macht das Getränk lieblicher.

Vorrat für viele heiße Tage

Das Minzebeet ist groß genug und auch für den Mojito bleibt noch etwas übrig.

Freitag, 29. Mai 2020

Rundflug über Elbenau und Umgebung

Samuel alias Schmul hatte kürzlich seinen Flugschein gemacht, und ich hatte ihm schon während seiner Ausbildung versprochen, "wenn Du den Flugschein hast, fliege ich bei Dir mal mit". Der Flugschein ist für die Klasse der Ultraleicht-Flugzeuge, diese kleinen Dinger, die immer mal hier und dort in der Luft zu sehen sind. Ein solches Flugzeug, eine Ikarus C22 hatte er sich für ne Woche ausgeliehen, um hier und dort ein paar Freunde und Verwandte zu besuchen. Per Flugzeug natürlich, wie denn sonst.

Die Ikarus C22 kurz vor dem Start
auf dem Magdeburger Flugplatz

Das Versprechen mitzufliegen wurde heute eingelöst, Start war auf dem Flughafen Magdeburg. Dieser ist mit Tower und Tankstelle professionell ausgestattet und ist im Unterschied zu kleineren Landeplätzen jeden Tag besetzt. Nochmal auftanken, dann es konnte losgehen. "Wir warten nur noch auf Thomas, der kommt aus Hamburg und fliegt mit uns die Runde mit", sagte Samuel, "in zehn Minuten müsste er hier sein". Und dann schwebte Thomas auch schon ein, mit einem roten Doppeldecker, einer Sunwheel, gleichfalls ein UL. Thomas ist Eigentümer dieser beiden Maschinen, mit denen er in Hamburg Rundflüge anbietet. Unter seiner Webseite abheben.hamburg kann man sich bei ihm für Mitflüge anmelden. Übrigens findet man auch in seinem Blog einen Bericht über diesen Flug.

Die Sunwheel ist ein offener Doppeldecker, der Pilot sitzt darin nur durch eine Frontscheibe vor dem Wind geschützt in der freien Atmosphäre. Trotz des sonnigen Wetters schien es oben in der Luft ein wenig  frisch gewesen zu sein. "Ich muss mich erst mal aufwärmen", sagte Thomas, nach den zwei Stunden Flug von Uetersen bei Hamburg nach Magdeburg ein wenig durchgefroren. Sein Passagier Christoph saß vorn, dicht am Motor. Dort kommt etwas Wärme an.

Kurz danach ging es aber wirklich los. Samuel startete den 80 Ps starken Rotax-Motor der C22, das Flugzeug ruckelte kurz, bis der Propeller hochgetourt war, Gas geben: "Delta Mike Tango Foxtrott Lima rollt zur Startbahn" – "Verstanden. Freigabe". Kurz danach folgte die Sunwheel.

Donnerstag, 21. Mai 2020

To Be or not Tomato Beer

Der Himmelfahrtstag hielt noch harte Arbeit für mich bereit. Der Braumeister der (bisher eher Insidern bekannten) Brauerei FRIKS hatte mich an einem Experiment teilhaben lassen, für das er mir 4 Flaschen eines speziell kreierten Bieres brachte, das garantiert nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht. "Hier, das kannst Du mal verkosten", sagte er, "und es wäre schön, wenn Du Deine Eindrücke in einem Fragebogen notieren würdest".


Ein Experiment, das auf jeden Fall zeigt, was beim Brauen geschmacklich möglich ist...

Dienstag, 7. April 2020

Ölpumpe reparieren

Heute versagte die Einspritzpumpe der Heizung ihren Dienst. Übrigens nach 28 Jahren verlässlichen Betriebs (da kann das schon mal passieren). Heizung und Wasser wurden allmählich kälter. Was tun? Eine neue Pumpe hätte erstens irgendwas um 60 Euro gekostet, hätte zweitens mit allen Verschraubungen angeklemmt werden müssen und wäre drittens nicht sofort zur Hand gewesen. Also ran an die Mechanik. Nun weiß ich auch, wie so eine Pumpe, eine Zahnradpumpe funktioniert, und am Ende war auch alles wieder in Ordnung.

Die Pumpe ist axial hinter dem Lüftermotor des Gebläsebrenners befestigt und wird von diesem über einen Mitnehmer aus Kunststoff angetrieben. Das Lüfterrad (sonst recht leichtgängig) ließ sich von Hand kaum drehen. Bei abgenommener Ölpumpe drehte es sich wieder leicht, also lag der Fehler an der Pumpe.

Die Ölpumpe auf dem Lüftergehäuse. Unten Öl-Zulauf
und -Rücklauf, oben das Magnetventil,
rechts die Leitung zur Brennerdüse.

Hinter dem Deckel liegt als erstes der Ölfilter der Pumpe. Dahinter verbirgt sich der eigentliche Pump-Mechanismus. Dieser ist erstaunlich simpel aufgebaut: zwei Edelstahlscheiben (ca. 4..5 mm dick) mit einigen Kanälen, durch die das Öl strömt. In der unteren Scheibe sitzt in einem kreisförmigen Ausschnitt eine runde Scheibe mit Innen-Zahnkranz. Angetrieben wird diese Zahnscheibe von einem kleinen Ritzel, das vom Gebläse angetrieben wird. Die Zahnscheibe transportiert Zahn für Zahn eine kleine Ölmenge, die durch immer enger werdende Kanäle gedrückt wird. Dadurch steigt mit jeder "Pumpenstufe" der Druck. Eigentlich simpel.