Freitag, 29. Oktober 2021

Sinuston-Festival: Dunkelwellen

Kai Niggemann & Conni Trieder mit ihrem Programm Dunkelwellen. 

Im dunklen Bühnenkostüm mit glitzernden Punkten stehen Kai Niggemann und Conni Trieder auf der Bühne, Kai Niggemann an den Synthesizern und Conni Trieder mit ihrer Querflöte an den Loop- und Effektgeräten. Und wirken damit wie zwei Zauberer aus dem Auenland. Und irgendwie ist es auch wie zaubern, was sie mit den so unterschiedlichen Instrumenten und Geräten anstellen. Töne, Klänge, Stimmungen. Mal dominieren die trotz des Metalls warmen, harmonischen Töne der Flöte, mal die sphärischen Klangwellen der Synthesizer. 

Sinuston-Festival: Slaughter House Point

Tag 2 des Sinuston-Festivals, der Magdeburger Tage der Elektroakustischen Musik, überschrieben mit "Lange Nacht des Synthesizers". An diesem Tag spielte sich alles im Gesellschaftshaus ab. Sinuston-Veranstalter Carsten Geerth ist zugleich Leiter des Gesellschaftshauses. Der klassizistische Schinkelbau ist normalerweise ein Haus, in dem man klassische Musik hört. Mit dem Siuston-Festival und vor allem  mit dem heutigen Abend hat Carsten Geerth neueste und durchaus experimentelle Musik in die altehrwürdige Spielstätte geholt.

Das große offene Foyer war schon vor dem Beginn der Konzerte mit sphärischen Klängen erfüllt. In einer Raumecke nahe der Bar saßen die beiden Musiker von Slaughter House Point und gaben schon mal einen Vorgeschmack auf den Abend.

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Sinuston-Festival: Trioglyzerin – Die Abenteuer des Prinzen Achmed

Stummfilm neu interpretiert: Trioglyzerin fügt dem 95 Jahre alten Film "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" eine neue Begleitmusik hinzu, mit akustischen und elektronischen Instrumenten.

Ulrich van der Schoor – Synthesizer, Klavier
Kristoff Becker – Violoncello
Tobias Becker – Oboe

Carsten Geerth, Leiter des Gesellschaftshauses Magdeburg, eröffnete die Magdeburger Tage der Elektroakustischen Musik, wie das "Sinuston"-Festival mit vollständigem Titel lautet. Zum 11. Mal finden die Konzerte der (überwiegend) elektronischen Musik nun schon statt. Seit 2008, zunächst alle zwei Jahre, ab 2012 jährlich – nur im vergangenen Jahr nicht, wie so vieles in der Pandemiezeit. "Ich freue mich sehr, dass die Konzerte wieder live stattfinden können", sagte Carsten Geerth dem Publikum. Dieses war zahlreich ins Magdeburger Oli-Kino gekommen. 

Am Auftakt des Festivals stand Filmmusik. Wobei dieser Begriff nur eine Kurzfassung darstellt und es auch nicht ganz trifft, denn Film und Musik, jedes davon war schon für sich bemerkenswert. Der Film: ein Stummfilm, ein Trickfilm. Der erste abendfüllende Trickfilm, ein Silhouettenfilm von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1926.

In seiner Scherenschnitttechnik (die Silhouetten wurden von Lotte Reiniger tatsächlich als Scherenschnitt gefertigt und dann Bild für Bild animiert) wirkt der Film wie ein balinesisches Schattenspiel (nur dass die Gamelanmusik fehlt). Der Film wirkt wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht, von exotischen Geschichten und Märchen inspiriert. Lotte Reiniger verknüpft Figuren und Legenden aus aller Welt, vor allem aber aus der exotischen Welt zu einer spannenden und zauberhaften Märchengeschichte, mit Liebe, Kampf und Zauberei. Der afrikanische Zauberer (dessen Hände an Nosferatu erinnern), der Arabische Prinz, Aladin und seine Wunderlampe, eine Hexe und der Kaiser von China treffen in ein und derselben Geschichte aufeinander.

Sanfter Ochse

Ein dunkles Bock mit ausgewogenem Geschmack: der "Sanfte Ochse" von der Landsberger Brauerei. 

Der Sanfte Ochse ist ein dunkles Bockbier, mit 6,2 % Alkohol. Im Glas zeigt es sich von tiefdunkler Farbe und mit Crema-farbenem Schaum. Beim Antrunk fällt eine leichte Süße auf, die aber nicht vordergründig wirkt. In Zusammenhang mit den Röstaromen des Malzes spürt die Zunge eine Note von dunkler Schokolade. Die Hopfenaromen sind zurückhaltend, ebsnso ist auch das Bittere des Hopfens nicht stark augeprägt. 

Samstag, 11. September 2021

Salzland-Kultursommer

Am Wochenende ging auf dem Schönebecker Salzblumenplatz der Kultursommer des Salzlandkreises zu Ende. An den drei Wochenenden zuvor gab es Konzert in den anderen drei ehemaligen Kreisstädten des Salzlandkreises, in Bernburg, Aschersleben und Staßfurt. 

Auftakt bei bestem Spätsommerwetter und
Sonnenschein. Später sollte es auch den
einen oder anderen Regenschauer geben.

Der Kultursommer stand unter dem Motto "Neustart der Kultur". Das brachte auch Landrat Markus Bauer zum Ausdruck und wies auf die Notwendigkeit hin, das Kulturleben wieder anzukurbeln. "Wir haben für den Neustart der Kultur 250.000 Euro Fördergeld bekommen", erklärte er bei der Eröffnung des Kulturfestes, "und wir haben bewusst den Schwerpunkt auf lokale Künstler gelegt. Hätten wir das Geld für eine zentrale Veranstaltung mit großen Namen ausgegeben, dann wäre es einfach so weg gewesen. So aber konnten wir in allen Regionen etwas veranstalten und damit die Kultur vor Ort unterstützen". 

Zu Beginn gab es Auftritte von jungen Musikern der Kreismusikschule. Anfangs die "kleine Harmonie", das Streichorchester der jüngsten Musikschüler, unter Leitung von Susanne Reichel-Visontay. Ein schon sehr gekonnter Einstieg in die Welt der klassischen Musik. Dann das Streichorchester "Saitenspiel" der Kreismusikschule, ebenfalls von Susanne Reichel-Visontay dirigiert, das mit einer großen Besetzung und entsprechend kräftigem Klang die Bühne füllte.

Freitag, 10. September 2021

Lesung Ahne "53 Jahre Vollmond"

Heute war der Berliner Lesebühnenautor Ahne zu Gast im Magdeburger Moritzhof. Kurzgeschichten mit teils irrwitzigen Wendungen, vorgetragen in typischer Lesebühnenart.

Einige von Ahnes neuesten Geschichten haben, wen wunderts, mit Corona zu tun. Immerhin ist sein Auftritt in der Scheune des Moritzhofs sein erster unter festem Dach, in Berlin las er bisher unter dem Dach der FIT-Tankstelle, also quasi open Air. Und auch ein Corona-Tagbuch entstand, satirisch überhöht. "Es ist ganz gut, wenn man Dystopien rauslässt", sagt er darüber. 

Der Titel des Programms, 53 Jahre Vollmond, ist eher ein grober Rahmen, das Alter des 1968 geborenen Autors steckt darin und eben "Es ist doch immer Vollmond, manchmal sieht man nur die Hälfte". Ansonsten ist das dabei, was man von Ahne kennt. Seine Zwiegespräche mit Gott, der immer noch in der Choriner Straße wohnt, aber "inzwischen von der 61 in die 63 umgezogen ist". Selbstverständlich ist Gott auch diesmal nicht mit nach Magdeburg gekommen, also liest Ahne mit verteilten Rollen und dreht sich zur Verdeutlichung je nach Rolle anders zum Publikum: "Von hier bin ich es ... von hier ist es Gott". Gespräche über das Abschaffen des Kleingeldes, "man sollte lieber das Großgeld abschaffen - aber mit uns kleene Leute könn'ses ja machen". Oder über einhöckrige Kamel, deren Vorname Bernd ist, wegen Höcke. Über Corona spricht Ahne mit Gott und über einen merkwürdigen, bei Aldi gewonnenen Weltraumflug. Und er überlegt im Gespräch mit Gott, ob er nicht eine Partei gründen sollte. Die PDKL, die Partei der kleinen Leute, oder DU, Die Unzufriedenen. "Und wenn man dann fragt, 'wer regiert in Deutschland?' – dann kann man sagen 'DU'." Die Zwiegespräche führt er mit einer nur leisen Komik und immer einer letzten Nachfrage bei Gott, die nochmal eine letzte Pointe bringt. Aufmerksames Hören ist bei Ahne wichtig. 

Sonntag, 5. September 2021

Fotoausstellung "Die Schönheit ist weiblich"

"Die Schönheit ist weiblich" nannte Frank Pudel, Fotograf aus Magdeburg, seine Ausstellung, und beschrieb damit seinen fotografischen Blick auf Frauenfiguren, die als Plastiken in Halle, Magdeburg, Dessau und Schönebeck stehen. 

Frank Pudel, der sich schon lange mit Porträt- und Aktfotografie beschäftigt, verzichtet für seine Porträts auf Farben. "Die schwarzweiße Fotografie führt zu einer sehr klaren Bildsprache", sagt er über seine Fotos, "sie lenkt den Blick auf das Wesentliche".