Heute war der Berliner Lesebühnenautor Ahne zu Gast im Magdeburger Moritzhof. Kurzgeschichten mit teils irrwitzigen Wendungen, vorgetragen in typischer Lesebühnenart.
Einige von Ahnes neuesten Geschichten haben, wen wunderts, mit Corona zu tun. Immerhin ist sein Auftritt in der Scheune des Moritzhofs sein erster unter festem Dach, in Berlin las er bisher unter dem Dach der FIT-Tankstelle, also quasi open Air. Und auch ein Corona-Tagbuch entstand, satirisch überhöht. "Es ist ganz gut, wenn man Dystopien rauslässt", sagt er darüber.
Der Titel des Programms, 53 Jahre Vollmond, ist eher ein grober Rahmen, das Alter des 1968 geborenen Autors steckt darin und eben "Es ist doch immer Vollmond, manchmal sieht man nur die Hälfte". Ansonsten ist das dabei, was man von Ahne kennt. Seine Zwiegespräche mit Gott, der immer noch in der Choriner Straße wohnt, aber "inzwischen von der 61 in die 63 umgezogen ist". Selbstverständlich ist Gott auch diesmal nicht mit nach Magdeburg gekommen, also liest Ahne mit verteilten Rollen und dreht sich zur Verdeutlichung je nach Rolle anders zum Publikum: "Von hier bin ich es ... von hier ist es Gott". Gespräche über das Abschaffen des Kleingeldes, "man sollte lieber das Großgeld abschaffen - aber mit uns kleene Leute könn'ses ja machen". Oder über einhöckrige Kamel, deren Vorname Bernd ist, wegen Höcke. Über Corona spricht Ahne mit Gott und über einen merkwürdigen, bei Aldi gewonnenen Weltraumflug. Und er überlegt im Gespräch mit Gott, ob er nicht eine Partei gründen sollte. Die PDKL, die Partei der kleinen Leute, oder DU, Die Unzufriedenen. "Und wenn man dann fragt, 'wer regiert in Deutschland?' – dann kann man sagen 'DU'." Die Zwiegespräche führt er mit einer nur leisen Komik und immer einer letzten Nachfrage bei Gott, die nochmal eine letzte Pointe bringt. Aufmerksames Hören ist bei Ahne wichtig.